Mayerlrampe Großglockner

Endlich ist für die Tauernregion unter der Woche ein stabiles Sonnenfenster gemeldet. Also schnell entschlossen unsere Ausrüstung gepackt und ab gehts zur Franz-Josefs-Höhe. Irgendwie seltsam, die Tiefgarage, in der man dort parkt, passt nicht so ganz in die Bergwelt...

 

Der Weg zum Glocknerbiwak zieht sich elends, dichtere Wolken schieben sich bereits ab und an über den Johannisberg, dann reißen sie wieder auf, herrliche Cirren entstehen. Doch für uns heißt dies Naturschauspiel auch: mit starkem Wind werden wir in der Gipfelregion zu rechnen haben. Da der Gletscheranstieg recht spaltig und der Schnee bereits sumpfig war, entschieden wir uns für den Direktaufstieg zur Biwakschachtel über die Felsen. Verdammt brüchiges, loses Gestein und Geröll, nicht sehr reizend, dafür lenken Blicke auf die verschiedenen Glocknernordanstiege ab.

 

Auf der Biwakschachtel angekommen erwartet uns gähnende Leere darin! Kein Mensch am Glockner, gibts doch nicht. Und stimmt, zu später Stunde um 22:00Uhr stolperten noch 2 Bayern hinein, doch zu Viert lässt sichs dort oben leicht aushalten. Und wärmer wirds auch, denn der Wind wirbelte mittlerweile mit voller Kraft um die Schachtel.

 

Im Morgengrauen dann das bittere Erwachen: Schneesturm und Nebel. Beste Voraussetzungen für die Aschenbrenner. Wir entschieden uns dann noch etwas abzuwarten und verwarfen letztendlich unseren Plan und tauschten die Aschenbrenner gegen die Mayerlrampe, was bei diesen Verhältnissen eher für uns möglich erschien. Die beiden Bayern wählten die Berglerinne.

 

Der Bergschrund lässt sich momentan noch einfach überwinden, auch der kurze kombinierte Teil von 2m als Einstieg in die Rinne ist unkompliziert. Danach folgt bester Trittfirn, Sicherungen können bei Bedarf im Felsen links angebracht werden (Keile, kleine Friends, Köpfl,...). Im Nebel wars gar nicht so einfach die Abzweigung zur Mayerlrampe zu dawischen, doch verwehte Spuren der Vorgänger ließen den Weg vermuten. In der Mayerlrampe dasselbe Spiel, super Trittfirn, Sicherungen zu Anfang rechts in der Wand, später einige blanke Stellen, welche fein zu Klettern waren, lediglich die Wadln auf den Prüfstand stellten.

 

Die Kletterei ist bei diesen Eis/Schneeverhältnissen wirklich genüsslich und erlaubte uns gleichzeitiges schnelles Höhersteigen. Nur die Spindrifts erinnerten uns daran, dass der Genuss auch schnell umschlagen kann. Je höher wir kamen, um so mehr fühlten wir uns in den schottischen Highlands, Anraum, Spindrifts, Sturmböen...

 

Auf der Kröger Schneid hats uns fast umgehaut, der Nordwestgrat gestaltete sich durchaus interessant bei diesen Verhältnissen. Ein Genuss-Dreier mutiert schlagartig zu konzentrationerfordernder Kletterei, kalte Hände und Probleme mit der Wegfindung gesellen sich dazu. Schließlich erreichten wir im dicksten Nebel das Gipfelkreuz mit einem Strahlen im Gesicht: eine der lässigsten Touren seit langem, gerade wegen den herrschenden Verhältnissen, die uns alleine am Berg unterwegs sein ließen.

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Patricia Schanne, MSc

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