Tourengebiet Weglosen

Biet, Rütistein und Twärenberg

Der ursprüngliche Antrieb des heutigen Tages, die Wasserfälle in Weglosen bei der Talstation zu begutachten, mutierte in den genussreichsten Skitourentag der Saison! Wer hätte das gedacht? Ohne Tourenpartner, ziemlich planlos, -16Grad beim Auto, brrrrr.....

 

Doch bereits auf den ersten Metern entlang der Rodelstrecke hinauf zur Drusenberghütte entfachte mein Körper den ersten Turbo. Irgendwie taugte es mir heut schnellen Schrittes die eisige Luft einatmen und dabei schlichtweg an nichts denken.

 

 

Kurzes Intermezzo: Das erste Tourenpaar, 2 Herren gediegenen Alters, aber doch noch ambitioniert, konnten nicht so recht mit meinem schnellen Schritt, dazu noch weiblich und allein. Warum könnts nicht einfach stillschweigend akzeptieren, dass der Trainingszustand einer jungen Dame durchaus besser sein kann, als der eines ambitionierten, aber doch in die Jahre gekommenen Tourengängers??? Erfreut euch doch an der fantastischen Winterlandschaft und dass ihr den genussreichsten Sport der Welt noch betreiben könnt! 

 

Und dann das Gegenteil: wieder ein Herr fortgeschrittenen Alters, begrüsst mich überschwenglich kurz vorm Gipfel, wünscht mir eine guten unfallfreien Tag und obendrein noch ein gutes Jahr. Ich bedanke mich artig und wünsche selbigem das Beste! Warum nicht gleich so??? Friede, Freude, Eierkuchen, und wir stechen gemeinsam in den stiebenden hüfttiefen Powder. Das Alter muss nicht trennend sein, besonders nicht auf Skitour!

 

Der Weg zur Drusenberghütte ist sehr flach angelegt, optimal zum Warmlaufen. Kurz unterhalb der Hütte öffnet sich dann das Gelände, ich biege links ab um den Menschenmassen zu entgehen. 40 cm Neuschnee wollen kräftig niedergetreten werden, meine Spur schlängelt sich durch das kupierte Gelände. Schließlich stoße ich auf eine frische Spur, 2 Tourengeher hatten wohl den selben Gedanken wie ich, abseits des Mainstreams die prachtvolle Winterlandschaft zu genießen. Endlich erreiche ich die wohltuende Wärme der Sonne, die frischen Schneekristalle funkeln um die Wette. 

 

Nach 2 Stunden stehe ich auf dem Biet, eine aussichtsreiche Weidekuppe mit Blick auf das nebelige Meer, den Wägitalersee. Und tatsächlich, die beiden Tourengeher, welche die Spur mühsam auf das Biet gelegt haben, sind bereits bei der Querung hinüber zum Rütistein. Mein nächstes Tourenziel. Ich ziehe meine Wedler gleich neben an, der Gipfelhang lässt entspanntes Fahren zu. Schwebend, von einer in die andere Kurve, schon lange nicht mehr dieses Gefühl gespürt! Es wurde mal wieder höchste Zeit!

 

Bei der Alm heißts anfellen, flach zieht sich die Spur hinüber zur Aufstiegsspur, welche die Massen auf den Rütistein bringt. Immer noch alleine genieße ich das satte Weiß und die Aussicht auf die umliegenden Berge, rassige Tourenziele träume ich vor mich hin. Schließlich muss ich wieder ran ans Spuren, die beiden nahmen die Abkürzung direkt ins Tal ohne Umweg auf den Rütistein. So langsam merke ich die anstrengende Spurarbeit bei der massenhaften Neuschneemenge von bis zu 50cm.

 

Am Rütistein das große Erwachen: Menschen, und davon sogar recht viele, welche hastig ihre Gipfeljause verschlingen. Keine Daune eingepackt, was?:-) Ich fülle meine Energiespeicher ebenfalls auf und mache mich noch vor der großen Gruppe an die Abfahrt. Wieder rutschen mir einige "Yippieeehhhs" raus, ich kanns mir nicht verkneifen. Einfach geil, mega genial, leider viel zu kurz. 

 

In meinem Powdereifer entschließe ich mich auch noch den Twäriberg dranzuhängen, welcher ein super Kar in angenehmer Steilheit offeriert. Und siehe da, erst 5 Spuren, dabei ist dies die beste Tour für den Tag. Menschen sind schon komisch, da stapfen sie wie Lemminge den anderen hinter her und nebenan liegt der Tourenberg schlechthin...

 

Der Anstieg durch das breite Kar erfordert nochmals eine halbe Stunde Arbeit, aber die lohnt sich allemal. Um halb drei stehe ich mal wieder allein am Gipfel und genieße, der Weitblick auf die ganzen Voralpenberge ist genial, das Nachmittagslicht trägt das seinige dazu bei. Dohlen umkreisen mich, wollen einen Happen meiner Gipfeljause ergattern. Sie schweben, tauchen ab um aufs andere Mal wieder hastig empor zu flattern. So schaut Freiheit aus, ob fliegend oder einfach nur an solch einem perfekten Tourentag alleine stillschweigend genießend die Schönheit und Stille der Bergwelt aufzusaugen...

 

Und dann das fulminante Finale: Geschätze 500 Wedla! Ich bin fast am Ersticken, der Schnee spritzt hinauf und verlegt fast die Atemwege. Die Oberschenkel brennen, ignorieren, den nächsten Wedla hinein pressen, nach Luft ringen, einen Juchzer lassen, tief schnaufen, Mund zu und weiter gehts. Erschöpft erreiche ich den Auslauf des weiten Kares und schaue zurück. Einfach nur genial!

 

Zum Schluss wartet noch der lichte Wald, welcher verspielte Schwünge zwischen den ganzen Hindernissen erfordert. Ich bin am Ende. Aber die Augen strahlen...

 

 

 

 

 

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Patricia Schanne, MSc

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