Rossstall

Unsere Skiplustour im Pizolskigebiet hoch oben über Sargans erinnerte mich heute an Innsbrucks Touren: irgendwie extravagant und doch der Zivilisation so nah.

 

Bereits am Vormittag startete ich in herrlicher Morgensonne vom Ort weg auf der Piste hinauf zur Mittelstation. Von der Frische des erst angebrochenen Tages spürte ich nach wenigen Schritten nichts mehr. Es ist eben doch fast März, Schweiß treibt es mir auf die Stirn, die Sonne brennt bereits mit abermilionen TeraWatt vom blauen Himmel.

 

Zu Mittag hole ich Pascal von der Schule ab, der rasch von der Herrn Professor Schuluniform in tourentaugliches Gewand wechselt. Genial, der Arbeitsplatz liegt fast am Tourenausgangspunkt. Wir lösen ein Billet hinauf auf Furt und stecken hastig ein paar Happen in unsere knurrenden Mägen. 

 

Ab Furt zieht sich die Aufstiegsspur entlang des Sommerwanderweges Richtung Fürggli. Eine alte Schneeschuhspur weist uns den Weg, doch überraschenderweise endet diese nicht beim Fürggli, sondern wir landen direkt auf der plan geschaufelten Fläche vor einem privaten Hüttl, wo in aller Seelenruhe ein älteres Männlein Sonne und Aussicht im Liegestuhl genießt. Auch er ist überrascht, freut sich aber über unseren Besuch und läd uns attock auf einen Kaffee in sein Hüttl ein. Den können wir natürlich nicht ablehnen und folgen seiner Einladung.

 

Welch wunderbares Platzl dort droben, das Auge schweift von den Churfirsten über Sargans und Lichtenstein hinüber in den Prättigau, Rätikon und Silvretta. Vom Trubel im Skigebiet ist hier oben nichts zu spüren, nur Ruhe, Friedlichkeit und Freiheit.

 

Irgendwie haben wir die Zeit übersehen bzw. unterschätzt, wie lange der Aufstieg über Garmil und Gamidaurspitz, sowie über den langen Rücken hinauf auf den Rossstall sich zieht. Besonders das steile Stück auf die Gamidaurspitz fordert strenge Spurarbeit. Doch wer hart arbeitet wird auch belohnt. Die untergehende Sonne wirft starke Schatten, die Kontraste und Farben der umgebenden Bergwelt zaubern ein fast schon romantisches Bild. Und das so unweit von der Stadt. Fern von Sorgen trotten wir in unseren Gedanken die letzten Meter hinauf zum höchsten Punkt der Bergkuppe, welche von unzähligen Steinmanndln bedeckt ist. Ein prächtiger Anblick in Pastell.

 

Doch die fortgeschrittene Zeit lässt uns für heute unsere Abfahrtsvariante durch die NO-Hänge hinunter nach Gaffia nicht mehr realisieren. Plan B muss her, zumal wir die steile Einfahrt von oben nicht direkt ausfindig machen können. Da wir uns ein Fauxpas nicht mehr erlauben dürfen, beschließen wir die sicherere Variante über den Sommerweg nach Gaffia hinunter zu nehmen. Mit dem letzten Tageslicht erreichen wir die Piste, ausklingende Schwünge, fein ist's mal wieder gewesen!

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Patricia Schanne, MSc

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