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Adlerspitzli S-Grat

Das steinerne Wahrzeichen oberhalb der Stadt Schwyz, der Mythen. Seine formschöne Gestalt, besonders als Silhouette am Morgen, wenn die Westwand noch im Schatten liegt und der kleine Mythen mit dem Haggenspitz zusammen ein markantes Dreigestirn abliefern, zog mich vom ersten Anblick an magisch an. Viele Anstiege habe ich an diesem Berg schon bewältigt, eine Schule fürs Alpine.

 

Das Adlerspitzli liegt auf der Südwestseite des Mythen, als kleiner Trabant unterhalb des mächtigeren Geisstocks kaum auszumachen. Doch beim Anstieg hinauf auf die Holzegg von Mythenbad gibt das Adlerspitzli sich immer deutlicher zu erkennen. Der Zustieg zu seiner Schulter, wo der eigentliche Südgrat, die leichte Kletterei beginnt, gestaltet sich als das Hauptproblem. 

 

Der Führer beschreibt den Anstieg doch recht vage bis zum Gamswechsel, der relativ eben hinüber zur Schulter führen soll und prompt verkoffere ich mich auch und stehe in wilder Schrofenbotanik. Doch es duftet so fein, ich bin umzingelt von Kräutern, wie eine Geis auf der Suche nach den feinsten Kräutern durchpflüge ich das steile Schrofengelände. Immer wieder folge ich wohl Gamswechseln, sie bringen mich höher. Und als ich schon aufgeben wollte und es etwas niedriger versuchen wollte, da stosse ich auf diesen ominösen Gamswechsel, der mich tatsächlich zwischen all der Botanik recht komod in wenigen Minuten zum Einstieg bringt.

 

Der Südgrat schaut schön gestuft und wenig exponiert aus. Ein Leckerbissen in griffigem, festen Fels. Zunächst geht es durch einen glatten Riss in Körperbreite leicht links, dann in gestuftem Gelände wieder etwas rechts haltend hinüber. Nun bleibt es einem wohl selbst überlassen, wo man klettern möchte, je mehr man sich an den Grat hält, desto mehr ist Klettern angesagt, weiter links gibt es auch eine brüchige Rinne. Ich turne bei bester Gelegenheit hinüber auf den Grat zurück, eine Schlinge zeigt mir, dass ich nicht die Erste bin an dieser Stelle.

 

In schön griffigem und tatsächlich festem Blockgestein geht es eigentlich immer an der Gratkante entlang aufwärts. Immer wieder finden sich Haken und gebohrte Standplätze. Das ein oder andere Grasbüschel stört kaum. Nach oben hin wird der Grat immer schöner und interessantere Kletterstellen reihen sich aneinander. Schliesslich funkelt das Gipfelkreuz mir schon entgegen, nur noch wenige Meter und ich sitze gemütlich in der Sonne und blättere im Gipfelbuch. Das Adlerspitzli sieht doch immer mal wieder Besuch, manche vom Ruchband kommend, manche den schönen Südgrat nehmend.

 

Das Adlerspitzli ist ein friedlicher Platz, der zum Träumen einläd. Die Geisstockwand lässt sich von hier studieren und Richtung Westen bildet der Vierwaldstättersee einen Blickfang. In leichter Kletterei geht es hinab in eine Scharte, von wo auch nach Süden abgeseilt werden könnte (schrofiges Gelände). ich aber folge dem Ruchband, das anfangs teilweise mit dünnen, in die Jahre gekommenen Drahtseilen versichert ist. Die Trittspuren verlieren sich immer mal wieder, die Vegetation schlägt zurück. Doch im Endeffekt muss man sich immer knapp unterhalb der Wand entlang hanteln, bis man wieder ein Steiglein ausfindig macht. 

 

Fazit:

Der Südgrat des Adlerspitzlis ist eine schöne, anregende Kletterei, die Schwierigkeiten liegen im Auffinden des Zu- und Abstieges, was Trittsicherheit im Schrofengelände voraussetzt, Die Kletterei selbst ist gut in Trailrunningschuhen zu bewältigen, grosse Tritte und Griffe ermöglichen immer genügend Platz um sicheren Halt zu finden. Erstaunlich festes Gestein für diesen Schwierigkeitsgrad (3+).

Wer den Südgrat mit Seil sichert, der brauch lediglich ein paar Expressen mitnehmen und 1, 2 Schlingen. Es finden sich immer wieder Bohrhaken und Schlaghaken, sowie ausgerüstete Standplätze. Es lassen sich Köpfelschlingen legen zur zusätzlichen Absicherung.

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