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Genussklettern am Jegihorn Südkante und Alpendurst

Südkante (5a+)

Der richtige Einstieg ist nicht auf Anhieb logisch und daher wohl für die meisten schwer zu finden. Auch wir machen ihn nicht ausfindig, aber es stört auch nicht, der rote grosse Gendarm, wo die Route drüber führt ist gut ersichtlich und so klettere ich gut 60m in leicht brüchigem Gelände über flache Gneisplatten und erdige Tritte zum markanten Gendarm, wo ich auf blinkende Bohrhaken stosse. Der richtige Einstieg beginnt somit viel weiter rechts als die Trittspuren zum vermeintlichen Beginn der Tour es vermuten liessen...

 

Gut gesichert, aber doch recht zackig erklimme ich die Schlüsselseillänge, kleine Risse und Känntchen ermöglichen den Aufstieg, danach folgt die Querung, welche im 3.Bild abgelichtet ist. Stände finden sich zu Hauf und unzählige Bohrhaken weisen den Weg, so dass bezüglich Routenfindung und Absicherung keine Probleme bestehen sollten. Genüsslich, abwechslungsreich, über Blöcke, kleine Verschneidungen, dann mal wieder eine griffige Platte geht es hinauf. Eine gute Ausweichmöglichkeit, wenn es mal wieder nebenan in der Alpendurst staut.

Alpendurst (4c)

Es ist mittlerweile Mittag und unsere Hoffnung doch noch die Alpendurst durchfetzen zu können schwindet, Wolkenfetzen umwabern ab und an die Wand, so dass die Vielzahl an Seilschaften in der Route gar nicht korrekt abzuschätzen ist. Zumindest sind die ersten 4 Seillängen frei...

 

Unsere Taktik lautet: Ich steige alles vor, hänge 2 Seillängen zusammen und Harry speedet in den Trailrunningschuhen hinterher. Die Behakung mit Silberlingen ist ungewohnt üppig für diesen Schwierigkeitsgrad, der Fels ungewöhnlich fest und griffig. Da kommt Freude auf! Die Stände sind jeweils mit 2 Bohrkaken, einer Kette und Abseilöse ausgestattet. Plaisir erster Güte!

 

Bereits nach wenigen Minuten haben wir zu der letzten Seilschaft aufgeschlossen, wir bleiben unserer gewählten Strategie allerdings treu und setzen gleich zum Überholen an. So dann geht es über griffigen Gneis, der wirklich Freude macht zum Klettern, höher, eine nach der anderen Seilschaft wird "geschluckt" bis bei der vorletzten Seillänge eine ganze Menschentraube kein Vorwärtskommen mehr erlaubt. Wir müssen uns einreihen.

 

Nichtsdestotrotz stehen wir 1,5h nach unserem Einstieg in die Route ein zweites Mal am Jegihorn Gipfel und schauen dem Trubel zu. Der Abstieg ist gut markiert und ausgetreten und stellt kein grösseres Problem da (T4), was zum Gesamtpackage Jegihorn und seiner Bekanntheit als Genussklettergipfel sicherlich noch zuträglich ist.

 

Die Alpendurst ist wahrlich eine Perle, die allerdings mit viel Geduld und Anstellen nur zu haben ist. Oder man steigt eben azyklisch ein oder ausserhalb der Saison... und selbst dann wird man wohl nie Einsamkeit und Ruhe erleben!

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