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Skitour Pizzo Forno und Pizzo Campo Tencia von Dalpe

2 grosse Anstiege. 2 grandiose Abfahrten. 2 endlose Talhatscher. Die beiden Gipfel Pizzo Forno und Pizzo Campo Tencia verlangen nicht nur stabile Nordhangverhältnisse, auch ein unerschrockenes Gemüt in Bezug auf Kälte und Durchhaltevermögen. Bis in den grossen Kessel mit den tiefblauen Eisfällen ist es ein gutes Stück von Dalpe aus, natürlich im Schatten, so als Vorgeschmack auf den Tiefkühlschrank, der folgen wird. Bei strahlend blauem Himmel ringsrum nicht gerade einfach sich zu motivieren, doch wenn man fix weiss, dass dieser Anstieg tausendfach mit traumhaften Pulverabfahrten belohnt werden wird, steigt das Stimmungsbarometer doch ein wenig an und der Quackler durch den teilweise dichten Wald dem Wanderweg entlang wird stillschweigend akzeptiert.

 

Besonders am Samstag hatte ich schwer mit der Kälte zu kämpfen. Trotz entsprechender Vermummung und Bekleidung konnte ich kaum meinen Körper, bereits beim Anstieg auf den Campo Tencia, warmhalten. Die Leistung sank infolgedessen rapide ab und der Gipfelhang zog sich in die Länge. Eine Frage des Willens, bis zur nächsten Spitzkehre noch durchhalten, dann die Arme kreisen, bis zur nächsten Kehre, dann die Gesichtsmaske kurz abnehmen zum Durchatmen, bis zur nächsten Kehre, dann erst wieder Hochschauen,...usw. ihr kennt die Tricks und Strategien, wie man sich bei Laune hält um nicht alles hinzuschmeissen und vorzeitig eine Tour abzubrechen...

 

Die Abfahrt dann, vom Feinsten! Ein Pulvertraum, ein Gedicht. Und die schmale Rinne unter den Eisfällen bestens zu Fahren. Lediglich die ersten Meter waren zum Abrutschen. Und selbst der dichte Wald lief dann besser als vermutet. Ohne Anstöckeln der Aufstiegsspur entlang, fährt es sich in einem lustigen Achterbahnmodus im leichten Auf-und Ab talauswärts zurück zum Auto.

 

Nachdem wir samstags ja bereits sehen konnten, dass auch der Anstieg auf den benachbarten Pizzo Forno Powdergenuss versprechen tut, entschieden wir uns tatsächlich am Sonntag nochmals das Tiefkühlhaus aufzusuchen. Die Sonne lachte auf den Südhängen, aber nein, wir zweigen stur ein weiteres Mal in den schattigen Eisfallkessel ab. Eine gute, flache Spur von 2 Skitourengehern vom Vortag leitet zur "Schlüsselstelle". Einem kurzen, steilen Aufschwung, den wir in Stapferei und mit geschulterten Ski überwinden. Danach folgen gut gestufte, grosse Hänge, die die, teilweise schon wieder zugeblasene Spur vom Vortag, geschickt ausnutzt. Diesmal bin ich besser vorbereitet auf die Kälte, bin mental und physisch gewappnet, der Aufstieg entpuppt sich als Genuss. Wer hätte das gedacht...Beim Übertritt aus der Scharte in die Sonnenseite erspähen wir eine 5-köpfige Gruppe am Gipfel des Forno. Sie sind am Vortag von Chironico zugestiegen und haben die Überschreitung im Sinne, also die Abfahrt über unsere Schattenseite hinab nach Dalpe.

 

Dass der Schnee vom Campo Tencia nochmals zu toppen ist, hatten wir kaum vermutet, doch anscheinend ist diese Flanke etwas windberuhigter gewesen und wir gleiten hinab durch eiskalten, ultrafluffigen Champagne-Powder. Mühelos, kraftlos, einfach nur geil!!!!

 

 

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