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Klettern am Riffelhorn

 

Vom Panorama her kann ich mir kaum einen schöneren Platz zum Genussklettern vorstellen. Das Riffelhorn überzeugt aber nicht nur durch seine aussichtsreiche Lage, auch das griffige Gestein und ganz besonders der bequeme Zugang per Zahnradbahn bzw. Seilbahn weiss zu begeistern. Dabei sind die letzten Zustiegsmeter durchaus alpin, zwar weisen Wegspuren und abgespeckter Stein den Weg, das Gelände ist jedoch schroff und stark abfallend, ein Ausrutscher könnte fatale Konsequenzen haben. Also nicht bei Nässe und fehlender Trittsicherheit begehen. 

 

In den letzten Jahren sind wohl einige weitere Routen zu den bereits im Plaisir West veröffentlichten Routen hinzugekommen, die Namen sind mit einer Tafel bei den Einstiegen angeschrieben. Wir entschieden uns für das Thermometeregg, einer Route, die sich bis zur letzten Seillänge konstant steigert. Den Beginn teilt sie mit 2 weiteren Routen, so dass an schönen Tagen hier durchaus etwas Stau entstehen kann. Der Fels ist teilweise schon ziemlich glatt poliert, was aber aufgrund der geringen Schwierigkeiten nicht weiter stört. Die Standplätze sind mit einem dicken Ring ausgestattet, vereinzelte Bohrhaken weisen den Weg. Im 3er und 4er Bereich gewinnt man entlang eines Verschneidungssystems schnell an Höhe, bevor eine erste Crux (kurze, steile Rissschuppe) zum oberen Teil der Route leitet. Wir entscheiden uns für die beiden Seillängen entlang des Pfeilers, wobei auch die geneigte, leichtere Risssverschneidung des Thermometercouloirs vielversprechend aussieht.

 

Entlang des Pfeilers mit Wandcharakter führt das Thermometeregg in homogener Schwierigkeit bis zum Ausstieg, unweit des Riffelhorngipfels. Hier müssen endlich mal kleinere Tritte angestiegen und Leisten gepackt werden. Dabei liegt der letzte Stand schön exponiert, wie ein Adlerhorst, direkt auf der Kante. Ich spüre den Aufwind und atme tief die erfrischende Bergluft ein. Eine kurze Cruxpassage in der letzten Seillänge mit einem dubiosen, antiken "Bohrhaken" (lasst euch überraschen) und der Spuk ist nach 8 eher kurzen Seillängen vorbei. Schade, so wie in den letzten beiden Seillängen hätte es gerne noch weiter gehen können.

 

Über den Ostgrat steigt und seilt man zügig ab, im unteren Teil einige Steinmänner. Allerdings sollte man bei Gewitterstimmung daran denken bevor man in eine Route einsteigt, dass der Rückzug entweder über den schroffen Zustiegspfad oder über den Gipfel geschehen muss, was in beiden Fällen sehr unangenehm werden könnte. Auch wir stehen vor solch einer Entscheidung, als wir am diskutieren sind, ob wir noch eine weitere Route begehen sollen. Schliesslich entscheiden wir uns nach längerer Rast dagegen, graue, bedrohlich wirkende Wolken haben sich rascher als uns lieb ist zwischen Breithorn und Matterhorn aufgetürmt. Wir lassen den frühen Nachmittag lieber am kleinen Riffelsee ausklingen...

 

Noch ein Wörtchen zur Absicherung. Das Thermometeregg ist nicht sportklettermässig eingebohrt, die Bohrhaken sitzen eher wahllos als richtungsweisendes Instrument. Lediglich in der kurzen 5c Seillänge in der Mitte wurde der Bolt so platziert, dass man sich notfalls auch A0/A1 darüber mogeln kann. Die Platzierung der Bohrhaken ist eher etwas lieblos geschehen, teilweise sitzt ein Bolt direkt neben einem super Placement für Keile, dann wiederum muss man die nicht abzusichernde Wandstelle "kühn" erklettern. Die Route ist somit nicht nur mit 5c bewertet, sondern auch 5c obligatorisch zu klettern. 

 

Kostenlose Topos zum Downloaden findest du auf https://freeclimbingzermatt.jimdo.com/topo-downloads/

Zermatt bietet nämlich noch weitaus mehr Mehrseillängenrouten und Klettergärten!

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