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Gemsfairenstock und Tüfelsjoch

Unter der Woche an einem strahlend blauen Tag unterwegs sein zu können, schätze ich schon sehr. Kein Anstellen an der Seilbahn hinauf zum Fisetenpass, kein Warten und Drängen. Nein, wir bringen genügend Zeit mit, obwohl die Uhr bereits 10 geschlagen hat. Ein kurzer Plausch mit dem Seilbahnchef und es geht mühelos hinauf in die schöne Glarner Bergwelt. 

 

Der Anstieg zum Gemsfairen ist wie meistens eher abgeblasen und wir versuchen mit etwas Geschick die beste der vielen Aufstiegsspuren auszuwählen. Ein paar Steinchen touchieren wir trotzdem. Der Anstieg zieht sich, der Gipfel scheint in greifbarer Nähe und doch, es müssen 1000Hm überwunden werden. Überragend dann der Blick nach Süden, der massive Tödi sticht ins Auge, aber auch das gleissende Weiss des grossen Claridenfirns. Einige schöne Abfahrtsspuren ziieren ihn bereits, auch wir trödeln nicht lange umher auf dem Gemsfairen und satteln auf Abfahrtsmodus um. 

 

Auf dem Claridenfirn angekommen wähnen wir uns im Backofen, die Sonne brennt unerbittlich vom stahlblauen  Himmel. Zeit, die schattigen Nordhänge hinterm Tüfelsjoch anzugehen. Doch vorerst müssen wir noch diesen Gegenanstieg vom Firn aufs Tüfelsjoch hinter uns bringen in der bereits erwähnten Sauna. Dafür sind die Ketten und die klettersteigähnlichen Versicherungen hinauf aufs Joch frei und trocken. Mit den Ski am Rucksack eine kraftraubende Passage, es gibt doch ein paar Meter, die recht steil sind.

 

Mit Steigeisen ausgerüstet und Pickel in der Hand tapsen wir der bereits vorhandenen Spur rechterhand entlang, zuerst traversieren, dann im Couloir steil hinunter. Auch hier erleichtern Ketten das Leben. Pulver so weit das Auge reicht. Gut 40cm. Und dazu nur wenige Spuren. Von den Abfahrtsvarianten her entscheiden wir uns für die Normalroute, halten uns aber ganz rechts an den Felsen, wo noch immer, auch jetzt zu Mittag noch, der Schatten wartet und den Pulver konserviert. Ein Schwung nach dem anderen, stiebend und schön gleichmässig. Wow, die Hänge wollen fast nicht enden. Eine Traumabfahrt. Und unten dann ein nahtloser Übergang in Firn. So stell ich mir Genussskitouren vor. Eine Tour gespickt mit allem...

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