herbstliches Salbit

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Schmalstöckli: Via Tanya und Bird on Wire

Via Tanya: 4 SL bis 6b

Das Schmalstöckli kann zuweilen etwas unübersichtlich sein, kommt man zum ersten Mal an diesen sonnigen Felsen. Daher ein kleiner Tipp, um den Überblick zu behalten: Der Einstieg ist bei einer Sanduhr mit alter Schlinge (nebenan ein Bolt), wenige Meter rechts der Upat91. Gleich in der ersten Seillänge werden schon mal die Steherqualitäten des Plattenkletterkünstlers abgefragt. Eine obligatorische Stelle wartet nach dem Wulst um auf die grifflose, mit Wasserrillen durchzogene Platte zu gelangen. huiiii. Die 2. Seillänge bietet tolle Balancekletterei, besonders auf den letzten Metern zum Stand hin. Der nachfolgende steile Teil an der Kante ist nicht nur optisch ein Highlight, an grossen Griffen lässt sich dieser Part athletisch henkelig überwinden. Die Gipfelwand ist dann wieder etwas verwirrend, etliche Routen ziehen hier nach oben. Ein Tipp, immer dengleichen Bolts folgen, dann passt die Routenführung und ihr bleibt auf eurer Kletterei.

 

Bird on wire: 4SL bis 6b

Diese Route ist recht hübsch und homogen in den Schwierigkeiten, weniger plattig, dafür mit Leisten und Käntchen übersäht. Leider ist der 2. Stand schon ziemlich marode, am besten verwendet man das grosse Köpfl als Stand und clipt den oberen Ringhaken/ evtl. auch die Sanduhr vor. Den Stand zu überspringen macht wenig Sinn, da die schwierigsten Meter der ganzen Route auf den kommenden 15m warten und die Seilreibung unerträglich wird.

 

Abseilen geht problemlos und schnell in 3 Mal (mit 2x50m Halbseilen) über die Abseilpiste, es sind 2x 2 Klebehaken zu fädeln und einmal ein Maillon an einer Platte.

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Schmalstöckli: Upat91

Wie so oft ist der Start am Schmalstöckli nicht gerade die Wucht, was dann allerdings folgt, kann sich sehen lassen. Besonders die 2. Seillänge der Upat91 wartet mit einmaliger Plattenkletterei auf. Kompakter Kalk erster Güte! Dass mit dem blauen Himmel täuscht gewaltig, bereits in der dritten Seillänge hat uns eine fette Nebelwolke verschlungen und frostige Temperaturen machten sich breit. Bibbern, zittern, frösteln war angesagt. Zum Glück geht die Abseilfahrt mit dreimaligem Abseilen problemlos und flott einher...und das Restaurant in Riemenstalden nicht weit zum Aufwärmen und Café trinken;-)

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Üssers Barrhorn aus dem Turtmanntal

Ziel: bis auf den Gipfel des Barrhorn joggen, also die komplette Wegstrecke ohne Gehpassagen zu absolvieren. Ein Meilenstein für Harry. Für mich (Patricia) unerreichbar. Ein echter Berglauf sollte es werden. Und die Betonung liegt eben auf LAUF. Einen geeigneten Berg dafür zu finden mit stattlicher Höhe nicht einfach. Doch zum Glück liegt im hintersten Turtmanntal das Üssere Barrhorn, auf dessen Gipfel ein rot-weisser Wanderweg führt. 

 

Der grosse Bruder des Uri Rotstocks...

 

Zunächst geht es gemütlich und leicht ansteigend auf dem Fahrweg bis zum Stausee. Perfekter Warm-up und bereits von der Sonne beschienen. Der direktere Wanderweg hinauf zum See lag um 9:30Uhr nämlich noch im Schatten. Zur Turtmannhütte hinauf wählen wir den Steinmännliweg, etwas weiter in der Distanz, dafür landschaftlich ein Traum und auch etwas flacher. So schaffen wir beide den Jogg hinauf zur Hütte. Wer nur auf eine schnelle Zeit aus ist, könnte auch beim Wegweiser Klettergärten abzweigen und im direkten Anstieg zum Couloir hinauf dem Pfad folgen. Wir aber legen aufgrund der besseren Wegbeschaffenheit fürs Laufen den Umweg über die Turtmannhütte ein. 

 

Das Couloir ist steil und mit losem Geröll, anschliessend folgen einige felsige Meter mit Drahtseilversicherungen. Keine Ahnung wie es Harry schafft durch dieses Gelände zu joggen, ich muss leider hier schon passen. Aus der Traum mit einem durchgängigen Run aufs Barrhorn. Reichlich demotiviert trotte ich ab jetzt hinterher. Gehen. So ein Mist, aber ich schaffe es nur in den flacheren Passagen vom Geh- in den Laufschritt zu wechseln. Der mangelnden Kondition und der Höhe zolle ich Tribut. Aber so ists nun mal...

 

Dafür darf Harry seinen Traum heute voll ausleben. Selbst in den steilen Geröllpassagen lässt er nicht locker und kämpft sich prustend weiter hinauf im Joggingschritt. Ich bin beeindruckt, fühle ich mich doch im Vergleich gerade wie ein Häufchen Elend, reichlich ohne Power und Antrieb. Die Landschaft hier oben erinnert mich stark an den Uri Rotstock. Ziemlich karg, schuttig und es zieht sich ungemein. Die Blick hinüber zum Bishorn und später zum Weisshorn entschädigt zwar ungemein, aber doch lässt sich nicht verleugnen, dass der Anstieg mühsam ist in dem vielen Schutt.

 

Am Col angelangt empfängt uns zudem noch ein eisiger Wind. Brrr. Handschube, Haube, Primaloft wandern an den Körper und weiter gehts über den flacheren, fast einem Höhenweg gleichenden, Pfad unterhalb des Inneren Barrhorn entlang. Der letzte Anstieg ist dann nochmals enorm, enorm steil und schuttig. Zwar geil im Downhill aber im uphill nicht gerade ein Zuckerschlecken. Dafür belohnt die Aussicht vom Gipfelkreuz, ein gewaltiger Moment bei dem wolkenlosen Himmel und der klaren Fernsicht!

 

Gratulation Harry zur Realisierung deines Traumes. Ein kleiner Meilenstein. Einen hohen Berg vom Tal bis zum Gipfel zu laufen und keinen Meter zu gehen. Toll!

 

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Ritzlihorn aus dem Urbachtal

Schattig frisch empfängt uns um halb zehn am Morgen das hintere Ürbachtal. Ein ruhiger, beeindruckender Platz mit den hellgrau, grellen Kalkbastionen der Engelhörner, die die westliche Seite des Talgrundes hoch umrahmen. Wir sind spät dran für einen so hohen Berg wie das Ritzlihorn, doch die stabile Wetterlage mahnt eben nicht zur Eile und mit Noldi habe ich einen Bergpartner dabei, der so wie ich auch nicht zur Frühfraktion gehört. In Mürvorsess starten wir also vom Parkplatz los, schnellen Schrittes über die Forststrasse, die ein paar wenige Abkürzer bereithält. 

 

Immer wieder öffnet der Wald die Sicht und man erhascht einen Blick auf die umgebende, steile, mit vielen Rinnen durchzogene Landschaft. Bereits hier wird klar, es werden noch viele Höhenmeter bis zum Gipfel sein...Der rot-weisse Bergwanderweg leitet uns in gut 2h zum Mattenalpsee, wo wir unsere Anstiegslinie durch die unübersichtliche Westflanke des Ritzlihorns im Detail begutachten und einprägen können. Mit der Anstiegsskizze vom hikr-Portal im Kopf fällt die Routenplanung nicht so schwer.

 

Bei Matten, bei einem Bächlein leiten gute Trittspuren der Schafe im Zickzack (rechts-links-Schlaufe) über die erste Stufe. Im Endeffekt muss man die Erlenansammlungen meiden und auf die erikabewachsenen Buckel setzen, wo ein leichteres Fortkommen möglich ist. Ich denke hier gibt es auch 2 Möglichkeiten: Die erste, nicht vollzogene, wäre sich linkshaltend über anfangs Trittspuren in den lila Erika auf einem Buckel immer höher zu steigen, man ist dann zwar viel weiter links der "normalen Anstiegsroute", dafür in geraderer Linie bis unter das Felsband, welches weit rechts in einem Bogen umgangen wird. Wir aber halten uns an die gewöhnliche Aufstiegsroute vom Mattenalpsee und zielen immer rechts haltend auf die Bockweng zu, wo wir auf ca.2400m auf die mit Steinmännern markierte Route vom Gaulisee (Hängebrücke) treffen. 

 

Ab hier erleichtern die Steinmänner die optimale Wegsuche, wer genau schaut, findet auch immer Trittspuren von Vorgängern im Geröll. Letztes Wasserauffüllen , bevor wir in die Querung ansetzen, welche auf einem breiten bandartigen Abschnitt oberhalb des Felsriegels erfolgt. Der letzte Steinmann steht am Beginn des breiten Couloirs, welches direkt durch die Westflanke knapp unterhalb des Ritzlihornsgipfelkreuz endet und den Berggeher die Möglichkeit eröffnet, diese breite, brüchig-schuttige Flanke zu durchsteigen. Entweder hält man sich im Couloir oder rechts oder links davon im Aufstiegssinne. Das Gelände ist durchgängig steil, mit viel Schutt bedeckt, Steinschlag bei mehreren Leuten garantiert. Von alleine rollt aber wohl eher selten ein Steinchen herab, wir haben den ganzen Aufstieg über nichts bemerkt oder gehört. Alles in allem ein mühsames Unterfangen. Nicht schwierig, aber kräftezehrend, lang und naja, etwas monoton.

 

Entschädigend wirkt das beeindruckende Panorama auf den ganzen Gaulikessel, aber natürlich auch der Tiefblick hinunter nach Guttanen, sobald man den Gipfel erreicht hat. Wer einen stabilen Tag erwischt, wird auch das Glück haben, dass der Gipfel mal nicht wie üblich in Wolken gehüllt ist. Hier bildet sich oft als erstes eine gemeine Wolke...

 

Für den Abstieg ist volle Konzentration von Nöten, das Couloir ist ungemein eklig im Anstieg. Mit den Trailrunningschuhen frisst sich zwar der Gummi in den Fels gut haftend hinein, doch die losen Steinchen und die Schuttauflage setzt sich in dieser Steilheit beim Betreten dann doch gerne in Bewegung. Obacht also, was nach 2500Hm leichter gesagt als getan ist.

 

Ab dem ersten Steinmann fällt zugleich ein Stein vom Herzen, irgendwie erleichtert der Steinmann, wenn auch das Gelände nach wie vor weglos mühsam bleibt. Wir wählen kurz vor der Bockweng den Abstieg über das obere Band zum Gaulisee hinunter, der durchgängig mit Steinmännern markiert ist. Ein enormer Umweg, landschaftlich aber sehr reizvoll und zur fortgeschrittenen Stunde wollen wir auch nichts mehr anbrennen lassen bzgl. Routensuche etc...Ab der Hängebrücke trifft man dann auf markierten Weg zur Gaulihütte (zunächst weiss-gelb). Es geht stets auf und ab zwischen Gletscherschliff. 

 

Erst beim Gaulisee selbst splittet sich der Weg und wird rot-weiss. Wir nehmen den, der durch das von Gletscherschliff eingekesselte schmale Tal hinab zum Mattalpsee führt. Ein Wiederaufstieg zur Gaulihütte kommt für heute nicht mehr in Frage. Immerhin zeigt die Uhr bereits 18:00Uhr an und mahnt zur Beeilung, wollen wir nicht in die Dunkelheit geraten.

 

Über traumhafte Trails, immer auf einem Rücken entlang, zwischen tosendem Gletscherwasser schlängelt sich ein schöner Pfad zum Mattenalpsee und den bereits von weitem hörbaren Schafgeblöke hinab. Herrlich, es einfach laufen zu lassen und auch erquickend und belebend nach 9 Stunden auf den Beinen. Ab dem Mattenalpsee auf bekannter Wanderroute zurück. Der kleine Gegenanstieg sei hier noch erwähnt, eigentlich nicht der Rede wert, aber nach über 2600Hm machen sich auch diese 50Hm fies bemerkbar...

 

#longdayoutside mit Noldi! 

 

 

 

 

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Schmalstöckli: Bird on Wire

Und weils so schön war am Schmalstöckli vor 3 Wochen, statten wir an diesem wettertechnisch eher etwas unsicheren Sonntag dem Schmalstöckli einen zweiten Besuch ab. Diesmal zu Dritt und mit Vorsteigerin Fulvia im Gepäck. Harry und ich waren den Abend zuvor auf einer Hochzeit eingeladen, die Müdigkeit noch immer im Körper steckend, kam uns der Vorschlag gerade recht, einen entspannten Klettertag am Schmalstöckli zu verbringen. Herrlicher Fels, herrliche Lage und die Hütte für einen Kaffee nicht weit entfernt, falls der Müdigkeitspegel ins Unermessliche steigen sollte...

 

Die Bird on Wire (mit roter Farbe und den Buchstaben BOW am Felsen angeschrieben), folgt schönen Felsstrukturen durch die Südwestwand, gleich neben der Papillon im oberen Teil. Die Absicherung mit Bohrhaken älteren Datums ist ok, auch wenn die Bohrhaken teilweise etwas inhomogene Abstände aufweisen und ein Stand der vorletzten Seillänge verbessert werden möchte (alte Schlinge aus Sanduhr rausschneiden, dann ist wieder Platz für eine solide neue Sanduhr, die bei Bedarf gefädelt werden kann)

 

Wie üblich am Schmalstöckli trifft man auf traumhafte Felspartien an, mal plattig rauh und gut strukturiert, mal henkelig an Schuppen, aber auch ein paar brüchige Zonen wollen vorsichtiger erstiegen werden. In 3x abseilen über die benachbarte Papillon steht man flux wieder am Wandfuss für neue Abenteuer und eben doch das kühle Bier in der Lidernenhütte;-)

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Druesberg Südkante und Überschreitung Sihltalkette Teil1

Druesberg Südkante

Als Informationsquelle für die Tourenplanung bietet sich dieser detaillierte Bericht an: http://www.hikr.org/tour/post45738.html

 

Wer Grasberge liebt, der ist hier richtig in den Schwyzer Voralpen. Natürlich findet sich auch genügend Fels zwischen der lieblich grünen Landschaft, doch so richtig zum Klettern taugt kaum eine Wand. Vielmehr erschliessen sich für den Liebhaber von T5/T6 Gelände klasse Touren mit Klettereinlagen. So auch die Druesberg Südseite und die hier beschriebene Südkante. Ein mächtiger, gebänderter Riegel hoch über der Pragelpassstrasse aus dem Muotathal. Stundenlang könnte man die Strukturen und Formationen studieren.

 

Unweit vom Parkplatz auf Höhe Fruttli erreicht man über Almgelände den Einstieg in die Druesberg Südseite. Eine ausgewaschene, felsige Runse leitet in anregender Kletterei durch die ersten 100m, bevor Steilgras auf einen Sattel rechterhand führt (hier auch ein Büchlein zum Eintragen, an Baum). Der nun folgende Aufstieg könnte glatt als Nordwandtraining für die Wadln durchgehen. Die steile Grasflanke erinnert mich von der Technik her tatsächlich ans Nordwandstapfen. Frontzackentechnik, nur heute ohne Steigeisen und Pickel. Dafür greifen die Hände fest ins Gras und umschliessen, was da kommt, die Wadenmuskulatur auf Anschlag gespannt. Schliesslich erreich man den nächsten Sattel und der Blick und Weiterweg bis zum Gipfel wird frei. Ich bleibe bei allen Aufschwüngen mehr oder weniger auf der Schneide, überklettere die Felsbarrieren und erreiche schliesslich den breiten Gipfelkamm, wo der blau-weisse Normalweg entlanggeht.

 

In Summe also mehr Steilgrasklettern als Felsklettern. Aber sehr eindrücklich in dieser grandiosen Landschaft aus unzähligen Einschnitten, Abbrüchen, Steilgrasflanken und Co. Die Felskletterpassagen wurden mit neuen Bolts ausgestattet, am letzten Felsriegel glänzt eine neue Kette entgegen. Über Sinn und Unsinn lässt sich bekanntlich ja streiten. Ich stehe diesem Zubolten in Abenteuerterrain ja sehr skeptisch gegenüber...

Sihltalumrahmung Teil1

Vom Druesberggipfel lässt sich der Weiterweg super überblicken. Zunächst steige ich über den markierten Steig bis ins Chalberalpeli ab, um kurz weglos und dann wieder auf gutem Pfad zur Twäriberglücke zu gelangen. Von dort fürhrt ein Weglein bis hinauf zu den Chläbdächern Wintergipfel.

 

Im Winter bereits ein landschaftlich toller Platz, verzaubert mich dieser Punkt jetzt im Sommer fast noch mehr. Die Bänderung der Druesbergseite mit dem markanten Bug vom Druesberg in Kombination schaut schon besonders kontrastreich aus. Und auf der anderen Seite das hintere Sihltal mit seinen unzähligen Murenbahnen, die sich in den Talgrund schlängeln. Wahrlich traumhaft.

 

Bis nach dem Höch Hund ist das folgende Gelände eher felslastig. Oftmals schaut es so aus, als ob ein unüberwindbarer Abbruch folgt. Doch dann entpuppt sich das Gelände als gutmütig und mit wenigen gutgriffigen Zügen steht man wieder unterhalb des Aufschwungs. Trittspuren zeigen, dass die Überschreitung wohl recht häufig unternommen wird. Und je näher man dann zum Saaspass gelangt, desto breiter wird der Trampelpfad in der Wiese. Ich war recht überrascht, dass tatsächlich mehr oder weniger durchgängig ein Trampelpfad vorhanden ist. 

 

Ein Panoramahöhenweg für trittsichere und schwindelfreie Berggänger, die Kletterpassagen halten sich in Grenzen und sind nur kurz. Ist mehr so ein Hinabstämmen über treppenförmige Trümmer. Die Aussicht phänomenal, ob hinüber zum Klöntalersee, das Karstgelände rund um die Silberen oder zurück über die bereits zurückgelegte Strecke. Oftmals glaubt man kaum, dass die Abschnitte so leicht zu bewältigen waren...

 

Mit 4 Gipfeln im Sack lohnt es sich auf dem Lauiberg nochmals länger zu verweilen. Der Blick hinunter zum Sihlseeli ist wunderschön. Der Abstieg vom Saaspass ist eher beschwerlich und ebenso der Rückweg zum Pragelpass. Der Wanderweg führt durch sumpfiges Gelände, welches zu allem Übel auch noch von den Kühen zertrampelt und mit reichlich Kuhscheisse verziiert ist. Nicht gerade ein Wanderstraum...

Dafür gibt es endlich wieder Wasser, was bis unterhalb des Saaspass (ca.1750m) zum Problem werden könnte an heissen Tagen, wenn man zu wenig Flüssigkeit mitgenommen hat.

 

Ab dem Pragelpass läuft es sich dann unspektakulär über eine breite Forststrasse zurück zum Fruttli. Dafür entschädigt die zerklüftete Landschaft vom Mieserenstock bis zum Druesberg. Ich musste einige Male stehen bleiben und staunen...

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Schmalstöckli: Papillon und Läged Windgällen: Basler Route

 

Läged Windgällen Westgipfel: Basler Route

 

Vom Mettener Butzli (Taxe 10CHF beim Gasthof/Hotel Posthaus Urigen zu entrichten, ab Alp Mettenen Kiesstrasse) auf Wegspuren ein kurzes Stück Richtung Alpler Tor, dann bei Steinmann auf einem Trampelpfad ohne wesentlichen Höhengewinn durch die Lawinenverbauungen hindurch. Da die Schächentaler Windgällen so zerklüftet ist, fällt die Orientierung und das Spotten des Einstiegs diverser Kletterrouten nicht leicht. Zumal kein gescheites Wandbild und Übersichtstopo existiert. 

 

Wir koffern also zuerst mal bis zum hintersten Winkel auf einem mehr oder weniger gut ausgeprägten Pfad, dafür erhalten wir eine super Übersicht über das gesamte Gebiet. Einige Routen sind angeschrieben, was die Orientierung dann schliesslich doch etwas vereinfachte. So dass wir schnell auf unseren Fehler mit Ost und West Verwechslung kamen und die Basler Route dann schlussendlich im linken Wandteil suchten. Wer suchet, der findet. In fett Rot stehts geschrieben: Basler Route.

 

Bereits die erste Länge lässt nicht so richtig Flowgefühle aufkommen. Der Fels schaut brüchig aus, nicht jeder Griff und Tritt vertrauenserweckend. Zwar geht es flüssig, aber eben etwas angespannt. Und unser gewonnener Eindruck aus der ersten Länge wird sich über die gesamte Route hinwegziehen. Nie wirklich schwierig oder ernsthaft, aber immer mit diesem Angespanntheitsgefühl klettern sich die 8 SL. Von Plaisir kann wohl keine Rede sein. Was vielleicht auch ein Grund ist, warum das Gebiet aus dem neuen Plaisir Ost Führer gänzlich rausgefallen ist. Denn Routen hätte es ja viele...auch einige Sanierte und mit Plaisir-Hakenabständen...

 

Wer allerdings das Gesamtpaket Klettern im Schächental sieht, der wird durchaus wieder zurückkehren an diese zerklüfteten Felsbastionen. Die Aussicht ist einfach grandios, die sonnige Lage macht das Klettern schon früh in der Saison möglich, die sich bis weit in den Herbst hinein zieht. Dazu der durchaus bequeme Zustieg, auch wenn sich die Anfahrt ab Altdorf zieht. Die gute Abseilpiste neben und über die Basler Route ermöglicht ein flottes Zurückkommen an den Wandfuss und ist einigermassen sicher bzgl. Steinschlag. Und dann wartet unten in Altforf ja noch diese geniale Gelateria mit dem besten Eis weit und breit, wo sich der Klettertag in lebendiger Gesellschaft ausklingen lässt.

 

 

Schmalstöckli: Papillon

 

So angespannt, wie wir gestern geklettert sind, so entspannt gehts am Schmalstöckli im Lidernengebiet zu. Fester, wasserzerfressener, hellgrauer Kalk erwartet das Klettervolk in der Südwand. Teilweise erinnert der Fels stark ans Rätikon. Plattige Passagen wechseln mit griffigen Schuppen und Henkeln. Genuss pur.

 

Der kurze Zustieg von der Seilbahn, gepaart mit der Möglichkeit in der Lidernenhütte noch einen Kaffeestopp einzulegen, sprechen auch für das Klettern dort oben bei eher unsicherem Wetter. Bei uns hatte es noch bis am Morgen geregnet, doch die sonnige Lage trocknete recht rasch den Fels und die Wasserstreifen verschwanden innerhalb weniger Stunden.

 

Die Papillon (nähere Infos von den Erstbegehern hier) startet etwa 15m unterhalb der Bird on wire, der Name ist nicht angeschrieben, der Einstieg trotzdem leicht ausfindig zu machen. 2 BH stecken im etwas splittrig ausschauenden Fels, bevor die Route eine grosse links-rechts-Kurve einlegt. Die sehr gut platzierten Bolts lassen von Anfang an Freude aufkommen, der 6b-Einstieg löst sich besser auf, als es auf den ersten Blick den Anschein hat, danach folgt toller Fels bis zum Top. Im Prinzip eine klassische, homogene Plaisirtour, wäre da nicht in der 3. SL diese glatte, grifflose 2m Wandstelle, die frei um 7b eincheckt. Ein Schönheitsfehler, auf der anderen Seite, es findet sich eben nicht immer eine Möglichkeit, absolute Homogenität herzustellen. 

 

Ich scheitere kläglich an der schwierigen Klettersequenz, kann auch nicht wirklich für mich auf die Schnelle eine Lösung ausfindig machen, so dass ich zum A0 greife. Leider erreiche ich den nächsten Bolt nicht, eine Trittschlinge muss her. Doch auch mit der Trittschlinge bin ich noch überfodert und brauche einige Versuche den nächsten Bolt zu erreichen. Hier wäre vielleicht ein kurzes Seilstück oder Bandschlinge hilfreich, das in diesem oberen Bolt fixiert ist. So wäre die Stelle für Plaisirkletterer entschärft und Anwärter auf einen onsight oder rotpunkt-Durchstieg hätten immer noch die Möglichkeit dazu...

 

Mit 50m Halbseilen ist man mit 4x abseilen zügig und unkompliziert wieder am Wandfuss zurück. Und kann die nächste Route in Angriff nehmen. Oder man macht auf gemütlich und schlendert zur Lidernenhütte zurück um bei einem kühlen Bier den Kletterhalbtag Revue passieren zu lassen...

 

Basler Route:

Papillon

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kleiner Bockmattliturm Westwand: Element of Slime

Letztes Jahr bin ich an der Westwand des kleinen Bockmattliturmes die sehr empfehlenswerte Echo der Zeit von Marcel Dettling geklettert. Dabei fiel mir bereits die überaus gute Felsqualität im oberen, steilen Teil der Wand positiv auf. Ein Blick auf das Topo verriet, dass da noch einige Perlen schlummern könnten, allerdings war nicht so viel Info zu bekommen. Touren aus den 80er Jahren.

 

Durch Zufall bin ich dann auf die Element of Slime gestolpert. Die obersten 2 Seillängen existierten also schon seit langem, die Bolts gehörten getauscht, Marcel hat sich dieser Aufgabe angenommen und 4 weitere Seillängen in Falllinie erschlossen, so dass nun eine interessante alpine Sportkletterroute mit homogenen Schwierigkeiten daraus entstanden ist. Den Link zur Geschichte der Erschliessung von Marcel findet ihr am Schluss des Artikels.

 

Der Bockmattlifels an der Westwand des kleinen Bockmattliturmes ist schön kompakt, mit typischer Bockmattlikletterei, was heissen will, ein ständiger Wechsel aus athletischer Kletterei zwischen Schuppengriffen und feiner Steh- und Präzisionsarbeit über die kompakten Partien ist gefordert. Untergriffe, Seitgriffe, dann mal wieder anreissen zwischen 2 weit entfernten Henkeln. Die Absicherung ist sehr gelungen, die Bolts immer gut zu klippen, auch wenn anhaltend zwischen den Bohrhaken geklettert werden muss. Also keine Klettergartenabsicherung, aber sehr fair.

 

Lediglich der Auftakt nach der ersten Eingewöhnungsseillänge, also der Start der ersten 6c+ Seillänge = 2.SL, erfordert etwas psychisches Engagement. Der 2. Bohrhaken möchte ehrlich angeklettert werden, was im völlig unaufgewärmten (physisch wie psychisch) Zustand für mich zur Herausforderung wurde. Beim dritten Anlauf dann gab ich mir einen Ruck und stieg auf den Tritt, wo vorher die Hände waren, der Klip dann recht wackelig. Und die nachfolgenden Meter anhaltend schwierig, auch wenn sich alles auflöst. Eine ziemlich fordernde Auftaktlänge, jedenfalls weiss man danach, wo man dran ist in der Tour;-)

 

Die 3. SL klappt dann auf Anhieb, eine abdrängende seichte Verschneidung, Etwas mehr eine Zubringerseillänge zum oberen fantastisch steilen Aufbau der Westwand.

Etwas Verwirrung stiftete dann der Ausstieg der super langen L4. Rechts zum Stand des Westwändli oder links zum Stand mit Muniring? Prompt entschied ich mich für die falsche Variante, nämlich links. Es folgte für uns eine tolle athletische Seillänge, die wiederum zum Stand der L5 der Element of Slime hinüber führt. Auch danach darf man sich nicht beirren lassen. Die Element folgt kerzengerade hinauf, links der Boltquergang gehört zur Westkante. Die fette Sanduhr zum Fädeln am Start sollte nicht zu übersehen sein und ist gutes Indiz dafür auf der richtigen Route unterwegs zu sein;-)

 

Tolle Kletterei folgt, allerdings vermiest mir eine knifflige Stelle den Durchstieg. Eine Henkelschuppe will erreicht werden, an die ich partout nicht herankomme und auch der kurze Überhang erfordert beherztes Zupacken, Ansteigen und Durchziehen, aber erlebt es selbst...mit dem letzten Hemd erreiche ich den exponierten Stand, von dem über die Route abgeseilt werden kann. Wir aber setzen den Aufstieg in leichterem Gelände fort, nach 50m erreicht man den gemeinsamen Stand vom Westwändli, Echo der Zeit,..., oder nach gut 60m ganz oben auf dem Gupf folgt noch eine aufgebohrte Sanduhr mit gefädelter Schlinge zum Nachholen des Partners, wenn am unteren Stand mal wieder Andrang herrschen sollte.

 

Mit dem Klingeln der Kuhglocken im Ohr und dem Surren der Bienchen geniessen wir für einen Moment den Ausblick vom flachen Wiesengipfel. Das liebliche Gebiet steht so im krassen Gegensatz zu der fordernden Kletterei, die wir in den vergangenen 4 Stunden erleben durften. Das macht das Bockmattli vielleicht auch so speziell, so speziell schön. Erstklassiger Fels immer mit Blick auf den Zürisee und das Flachland, eingebettet in eine klassische Voralpenlandschaft mit Almbetrieb. Und doch wird der Kletterer gefordert, Ausspannen ist höchstens kurz am Stand möglich.

 

Für einen Rotpunktdurchstieg muss ich wohl wieder anrücken, aber was heisst da "müssen": "dürfen" wäre der bessere Ausdruck!!!

 

Infos zur Erstbegehung von Marcel unter:

http://mdettling.blogspot.ch/2015/09/bockmattli-element-of-slime-6c-7-sl.html

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Aiguille Dibona - klettern rund um das Refuge Soreiller

Die Dauphiné ist im deutschsprachigen Raum weniger bekannt, was wohl an der weiten Anreise liegen mag. Dabei ist dieses Gebirge in den französischen Alpen rund um den südlichsten 4000er der Alpen, die Barre des Écrins, für mich eines der Schönsten! Wild, ursprünglich, ohne übermässige Erschliessung und Infrastruktur. Dazu oft das südliche Wetter mit viel Sonnenschein. Und die Qualität der Anstiege und Routen ist vorzüglich, abwechslungsreich, eher felslastig, denn die grossen Gletscher haben ihre Blütezeit schon hinter sich. Den Kletterer erfreuts, den klassischen Bergsteiger wohl weniger, aber auch er wird in der Dauphiné noch fündig werden...

 

Die Aiguille Dibona, eine Felsnadel, ein Monument aus Stein. Eine Laune der Natur, die eine Felsqualität erschaffen hat, die besser nicht sein könnte. Strukturierter, griffiger Granit mit mega Reibung und in rötlichen Tönen. Auf 300m Wandhöhe wirst du keinen einzigsten brüchigen Griff oder Tritt finden! Die Qualität und Struktur der Felsen erinnert mich fast schon an die Vorzüglichkeit des Gesteins auf Korsika, aber das im Hochgebirge auf 3000m Höhe!

 

Mit dem Refuge Soreiller als Ausgangspunkt, das direkt am Fusse der Südwand liegt, haben wir also für 4 Tage unseren Stützpunkt gefunden. Die Vorteile liegen auf der Hand: null Zustieg = länger Schlafen und Flexibilität, was das Wetter anbelangt. Denn das sollte wider Erwarten einige Kapriolen schlagen, Hagel und Graupeln inklusive. Doch wenn man quasi direkt beim Einstieg einer Route nächtigt, dann gehen sich auch bis Mittag und somit noch vor Eintreffen eines Gewitters, viele Seillängen aus.

 

Martine, die Hüttenwirtin, organisiert mit ihrem Team die Horden an Kletterern und Wanderern recht gut. Jeder muss bevor er die Hütte verlässt mitteilen, welche Route er klettern wird, zu seiner eigenen Sicherheit (denn Empfang ist hier Fehlanzeige), aber auch um die Seilschaften zu koordinieren. Die Visite Obligatoire ist DER Klassiker im Gebiet und an schönen Tagen von etlichen Seilschaften belagert. Damit nicht alle um 8 Uhr beim Einstieg anstehen lohnt sich die allabendliche Organisation eben schon. Ansonsten darf man nichts grossartiges dort oben erwarten, klassisch karge Verpflegung, aber ausreichend und preislich fair und das Team ist wirklich nett und gut organisiert. Es gibt für 2€ sogar die Möglichkeit zu duschen, Trinkwasser und ein Selbstversorgerraum ist vorhanden, wenige Meter von der Hütte entfernt darf auch gezeltet werden, was sehr viele Kletterer gerne machen.

Aiguille Orientale du Soreiller: "la polka..."

Leider haben wir nur 3 Seillängen klettern können bevor uns der Hagel aus der Wand trieb. Ein Schneefeld, welches wohl immer unter dem Einstieg liegt, ist am Nachmittag im weichen Schnee gut ohne Extraausrüstung passierbar, nur die letzten 10m sind steil. Über glatten Fels mit ein paar Schuppen und Rissen erreicht man den ersten Stand der Route auf einem Pfeiler (eine Stelle ca. 5-).

Die Absicherung ist fordernd, Friends und Keile schaden also nicht am Klettergurt. Da über die Route auch wieder abgeseilt werden muss, kann jederzeit umgedreht werden, wobei das Abseilen einiges an Routine benötigt (schräges Abseilen mit Zwischenexpress einhängen, Seilverlauf,...)

Die ersten Seillängen sind mehr der Zubringer zum oberen roten steilen Teil, den wir leider nicht mehr klettern konnten. Aber trotzdem schön in gutem Fels.

 

Aiguille Dibona Ostwand: "Martine is on the rock"

Ohne Topo einzusteigen ist zwar etwas verwegen, da ich aber wusste, dass die maximale Schwierigkeit den Grad 6c nicht übersteigen sollte und die Absicherung 6a obl. ist,, stiegen wir in diese wunderschöne Sportklettertour ein, nachdem 2 andere Seilschaften 5m links nebenan die "Étique de la joie" beanspruchten. Noch triefte es aus den Rissen, schwarze Streifen säumten einige Wandabschnitte und die erste plattigere Seillänge auf feuchtem Fels rief nicht gerade ein "Plaisir-Gefühl" in mir auf. Aber der Grip passte und mit dem aufkommenden Wind und den Sonnenstrahlen trocknete der Fels rasch ab, Die zweite Seillänge beherbergt sogleich die Crux, eine senkrechte Wand mit abschüssigen Leisten, welche aber sehr nah eingebohrt ist und somit A0 erledigt werden könnte. Es wechseln plattige Stellen mit Schuppen und Rissspuren, alles ok abgesichert, auch wenn zwischen den Haken durchaus geklettert werden muss. Im oberen Teil wartet dann eine geniale Rissseillänge an einer Piazschuppe entlang. Steil und aussaugend, da Tritte Mangelware sind. Geilo, aber für mich dedinitiv keine 6a! Die obersten 2 Seillängen haben wir nicht mehr klettern können, da das Wetter sich einmal mehr veschlechterte und wir lieber abseilen wollten, als im Gewitter auf der Gipfelnadel der Dibona zu stehen...Das Abseilen ging recht flott, im Prinzip ist die Route auch dafür eingerichtet, eventuell für den oberen Teil Maillons und Reepschnüre zum Verbinden der Bohrhaken mitnehmen.

 

Aiguille Dibona: "Visite Obligatoire", Südwand

An einem Montag, an dem das Wetter am Morgen noch halbschwindlig aussah, liess für uns der Tag werden, an dem wir den Klassiker im Gebiet klettern wollten. Eine Seilschaft ist trotz leichtem Tröpfeln bereits früh am Morgen eingestiegen und war bereits in der 3. oder 4. Seillänge am Werkeln, als wir Hand an der Dibona anlegten. also kein Warten, freie Fahrt und Kletterfluss nach Belieben! Die ersten beiden plattigen Seillängen sind weniger plattig als erwartet, da Schüppchen und griffige Leisten mit viel Struktur den Weg gut vorgeben. Lediglich eine Stelle war etwas ungut im Vorstieg, der Rest ganz ok abgesichert. Es folgen abwechslungsreiche Seillängen an Traumfels. Strukturierter, kompakter Granit. Teilweise viel komplexer zu klettern, als es von unten den Anschein hat. Und der Schwierigkeitsgrad ist durchwegs obligat zu klettern. Mit 6a wie angegeben kommt man wohl eher nicht durch. Um die Tour wirklich geniessen zu können (und auch keine weiteren Sicherungsmittel anbringen zu müssen) sollte man einen 6b locker drauf haben! Dann aber entpuppt sich diese Tour als wirkliches Prachtsstück mit Fels erster Güte, einem Kletterfluss durch die langen Seillängen und einer Linie, die bereits von der Hütte aus studiert werden kann. Eine Seillänge habe ich besonders grandios in Erinnerung. Eine 40m 6+ Seillänge an Henkelschuppen und Rissen, steil und anhaltend, dazu im patagonischen Wind, der an diesem Tag kräftig bliess und uns dazu veranlasste mit Sturmkapuze zu klettern. Bis zum letzten Meter überzeugt die Visite Obligatoire auf ihrer ganzen Länge und das hat echt Seltenheitswert auf 300m Wandhöhe, oder?

 

Aiguille Dibona: "l'Étique de la joie", Ostwand

Hochgelobt wird diese Route, eine neue Perle an der Dibona Ostseite mit Start 5m rechts der Gedenktafel. Homogene Schwierigkeiten zeichnen auch diese Route aus, mehr oder weniger konstant im 6. Grad mit 6a+ Passagen, wobei wie auch bei der Visite der Schwierigkeitsgrad auch hier beherrscht werden sollte. Dann sind zusätzliche Sicherungsmittel nicht nötig und es macht einmal mehr einfach nur Spass an diesem festen, griffigen Gestein hinaufzuturnen. Wie auch bei der benachbarten Martine-Route sticht eine Schuppen/Rissseillänge hervor, die nach dem grossen Band. Eine Seillänge an runden, offenen Rillen/Rissen erfordert einen beherzten Vorstieg, die Kletterei ist ungewohnt und gefühlt weit gesichert, wenn auch nur mit 6a bewertet. In Summe klettert man in der "l'Étique" mehr an Schuppen und Rissen, wenn auch der erste Teil plattig ausschaut, die "Visiste" ist vom Charakter her plattiger zu klettern. Eine Empfehlung hat die l'Étique sicherlich verdient und wenn die Tour irgendwo anders wäre, wäre sie sicherlich bereits zum Klassiker emporgehoben worden. Wie überall an der Dibona, geiler Fels, abwechslungsreich und immer überzeugend!

 

 

Der Abstieg von der Dibona geht gut und leicht von statten. Am besten 2x 25m abseilen und dann die 50m auf dem Band entlang traversieren (leichte Kletterstellen im I. max. II. Grad). Auf dem Plateau, wo meist lange ein Schneefeld liegt, leiten dann viele Steinmänner und eine ausgetretene Spur durch das Schotter und Blockfeld hinunter. Wer die Routen an der Ostwand der Dibona gut kennt, findet dort auch sicherlich eine gute Variante mittels Abseilen. Ohne Ortskenntnis sicherlich aber eher verwegen...

Noch ein Tipp für die Anfahrt/Rückfahrt:

Von Zürich aus ist man in gut 4Stunden in Grenoble. Wer dieses Stück am Freitag Abend bereits zurücklegt, kann dort im OKKO Hotel nächtigen (booking.com). Liegt zwar im Zentrum (öffentliche gratis Parkplätze bis morgens um 9Uhr an der Strasse), aber sehr ruhig und neu mit interessantem Konzept: gratis Apéro und ein Snackbuffet, sowie Getränke rund um die Uhr gratis in der Lounge. Frühstück gibts bereits ab 7 Uhr. Die Speisen und Getränke haben alle eine super Qualität. 

Von dort ist man in 1,5h beim Ausgangspunkt zur Soreiller Hütte.

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Patricia Schanne, MSc

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