Eisklettern Tösstal

Nur nach ausgiebigen Kälteperioden friert das Tösstal auf Höhe Tössscheidi zu einem Eiskessel zusammen, wo links und rechts des Weges unzählige Stufen aus Eis den Ton angeben. Um die Mittagszeit scheint sogar die Sonne hinein, was dem Eiskletterspass sehr entgegen kommt. Softes Eis, ok manchmal auch eine Dusche und genüssliches Sichern bereiteten der zahlreich erschienenen Eisklettergemeinde schöne Stunden.

 

Der einzige Wehmutstropfen ist der lange Zustieg. Am Wochenende darf nicht mit dem PKW hineingefahren werden, somit beläuft sich der Zustieg je nach Ziel auf 45min - über eine Stunde. Wenn sogar draussen am Skilift geparkt werden muss, weil weiter vorne kein Parkplatz mehr zu ergattern war, solltet ihr nochmals 20min hinzurechnen. Auch sind die Eisaufschwünge sehr kurz, manchmal nur 10m. Dafür recht steil und sogar extrem dünne Säulen, Vorhänge und Zapfen lassen sich direkt neben den komopakteren Aufschwüngen finden, so dass ein Toprope umgelenkt werden kann zum problemlosen Probieren der etwas härteren Anstiege.

 

Achja und der Bach kann nasse Füsse bescheren, wenn ihr keine 100% wasserdichten Schuhe habt. Einige Anstiege sind nur mittels Bachtraverse erreichbar. Es lassen sich allerdings Stellen mit nur niedrigem Wasserstand zum Überqueren finden.

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Eisklettern Pontresina, Silvaplana, Cavaglia

Pontresina Eisschlucht (08.01.)

Der Vorhang muss wohl am 07.01. beim Abseilen kollabiert sein. Schöne Topropemöglichkeiten in steilem Eis. Teilweise ziemlich nass.

 

 

Silvaplana Schlucht (06.01.)

Wir kletterten die Morgesunnä, eine schöne 35m Eisstufe. Eingerichteter Schlingenstand an Baum. Sprödes Eis, aber kein Wunder bei -20C, dafür gut eingepickelt.

Ebenfalls an diesem Tag wurden die lange Stufe gegenüber der Morgensonne geklettert, sowie weiter am Eingang der Schlucht die erste Stufe des Cascata Lunga.

beim Zustieg auf Wasserlöcher achten, geht aber gut.

 

 

 

Cavaglia, Cascatone

Dieser Eisfall ist anders. Nur per Zug erreicht man Cavaglia im Winter, von Pontresina in knapp einer Stunde. Dann steigt man in der "Wildnis" aus und geht mutterseelenallein hinüber zum bereits sichtbaren Fall. Es gibt momentan einige Möglichkeiten in Cavaglia. Am Nachmittag dann fährt man im warmen Zug wieder gemütlich zurück über den Berninapass, der See dort oben am Pass hält tolles Spiegeleis als Augenschmaus parat. Noch liegt kein oder kaum Schnee, die Zustiege (auch bei der Alp Grüm) sind daher easy, die Kletterei selbst in den Fällen eine pure Freude.

 

Der Cascatone ist zweigeteilt, ein leichterer unterer Teil, der in einer Seillänge gemacht werden kann, ein steilerer oberer Teil, der zur Hälfte mit sprödem Eis aufwartet. Die Schlüsselstelle ist momentan beinahe senkrecht für 5m. Abgeseilt haben wir in 3 vollen Längen. Am Ausstieg gibt es links oben eine eingerichtete Schlingenabseilstelle mit Karabiner an kleinem Baum. Ebenfalls unten nach der ersten Länge, etwas versteckt, im Anstiegssinne links an Baum.

 

 

Info Pontresina

 

  • Pontresina und Umgebung sind teure Pflaster für einen längeren Aufenthalt. Es gibt allerdings eine Jugendherberge direkt am Bahnhof. Wir haben im Sporthotel Pontresina genächtigt, kann vollumfänglich empfohlen werden, geniales Frühstücksbuffet, Wellnessbereich zum Aufwärmen der durchfrorenen Knochen und Tiefgaragenplatz fürs Auto, was in Pontresina, wo es doch oftmals in der Nacht -20Grad erreicht, eine angenehme Sache ist.
  • Super Pizza gibts in der Pizzeria Nostra Pizzeria im Engadinerhof in der Hauptstrasse von Pontresina.
  • Gratis ÖV-Benutzung bei Nächtigung im Hotel. Für den Fall in Cavaglia konnten wir davon Gebrauch machen (allerdings muss noch die Strecke Alp Grüm-Cavaglia zusätzlich bezahlt werden)
  • Pontresina Schlucht zu Fuss in wenigen Minuten erreichbar.
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Eisklettern Gletscherfälle Safiental

Der trockene Herbst und Frühwinter kommt mit 2 Seiten der Medaille daher: apere Zustiege und vernachlässigbare Lawinengefahr bescheren dem Eiskletterer ungeahnte Möglichkeiten, vorausgesetzt, es konnte sich Eis bilden ob der Trockenheit. Die hinteren Fälle im Safiental rund um den Gletscherbach bilden zum Beispiel so ein Spielplatz für den Frühwinter. Gemässigte Schwierigkeiten und Kletterlänge, eine gute Auswahl, unkomplizierter Zustieg und fantastisches Ambiente inmitten einer sagenhaften Arena.

 

Mit dem Turrahuus als Nächtigungsmöglichkeit nutzten wir spontan über die Sylvestertage das beständige Hochdruckwetter um in unsere ersten Eisklettermeter der Saison zu starten. Als Einstieg für Jedermann bietet sich der linke Abstiegsfall an. Wir rannten mit einem Juchzen im hellblauen Softeis am gestreckten Seil in einem Rutsch hinauf, so macht das Einklettern Freude, wenn die Eisgeräte vom Eis nur so absorbiert werden!

 

Rechtes und linkes Couloir bieten schöne Eiskletterei, wobei das rechte Couloir momentan etwas anspruchsvoller ist, da der erste Aufschwung doch länger und steiler ist, als er von unten wirkt. Überhaupt sind die Klettermeter an dem Fällen mehr als es von unten beim Zustieg den Anschein verbreitet, viele Varianten bieten sich an und wenn es an einem Fall einmal staut, schaut man nebenan ums Eck und wird mit etwas Glück einen unbesetzten Fall vorfinden.

 

Über die Feiertage war schon etwas los, aber mehr als 5-7 Seilschaften haben wir dann doch nicht angetroffen und für diese ist die Spielwiese gross genug. Anscheinend ist den Eiskletterern die Fahrt ins Safiental zu langwierig und abenteuerlich, denn so gute Frühwinterverhältnisse hätten wir nicht erwartet. Klar, das Eis war grossteils spröde, aber auch immer wieder mit vielen genussvollen Softeismetern bestückt.

 

Der grosse, breite, rechte Fall bietet momentan im linken Teil eine gemässigte Softeisspur, im mittleren Teil spröde Längen, die etwas Zeit brauchen, aber immer gut gestuft sind und kleine Podeste zum Wadlausschütteln aufweisen. Teilweise wird das Eis recht dünn, diese Passagen können aber immer leicht umgangen werden, so dass durchwegs in kompaktem Eis geklettert werden kann.

 

Wer also vor dem kommenden Schneefall noch Zeit und Lust auf Eis hat, dem seien die Gletscherfälle wärmstens empfohlen. Genussklettern in wunderbarer Szenerie, einmalig schön!

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Eisklettern und Drytoolen rund um Cogne

 

Cogne - für uns das Kalymnos des Eiskletterns. Hier trifft man alte Bekannte und knüpft neue Freundschaften, geniesst die Herzlichkeit des Gastgebers, profitiert von immer gespurten Wegen zu den Eisfällen, ausgepickelten Seillängen und komfortablen gebohrten Standplätzen. Die Höhenlage garantiert Eis auch schon Ende Dezember, die beiden grossen Täler Valnontey und das Valeille umspannen eine Hülle und Fülle an Eisfällen mittlerer Couleur, dazu die Möglichkeit in andere Täler des Aosta zu flüchten, nette Drytooling-Spots und die Dichte an Informationen über Bedingungen, Begehungen und Zustand der Eisfälle ermöglichten ein entspanntes Planen. Für uns als Gelegenheitseiskletterer das gefundene Fressen. Und natürlich auch für so viele andere, die Kehrseite der Medaille. Denn Eisklettern verträgt keine Massen. So bin ich doch immer wieder verwundert, dass nicht mehr passiert und wie gelassen die Italiener den Andrang akzeptieren. Vielleicht ist das der Grund, warum sie meistens in Dreierseilschaften ausrücken? Wenns am Standplatz mal wieder etwas länger dauert, wird geplaudert und gewitzelt.

 

Doch bei allem Respekt, muss man als totaler Einsteiger unbedingt den Patri Klassiker klettern und alle Seilschaften danach endlos aufhalten und gefährden (mit herunterfallenden Handschuhen, Eisschrauben,...oder schlimmer noch riessigen Eisschollen, weil wahllos ins Eis gepickelt wird)? Darf man von schnelleren/ routinierteren Seilschaften verlangen, dass sie nicht überholen dürfen (wie geschehen im Acheronte, als wir eine französische Seilschaft überholen wollten). Ich möchte nicht verurteilen, denn wenn mich jemand in der ersten Seillänge des Medusa gesehen hat, würde er auch glauben ob meiner Vielzahl an Eisschrauben, dass ich kompletter Einsteiger bin. Ich möchte lediglich meine Beobachtungen kritisch festhalten. Auf der einen Seite ärgere ich mich über den Andrang, auf der anderen Seite trage ich zum Andrang bei mit meinen täglichen Einträgen ins Eisbuch im Hotel Ondezana. Und ich schaue ja selbst mehrfach täglich, ob denn nicht wieder eine neuer Eintrag veröffentlicht wurde. Wenn ich nach den Verhältnissen gefragt wurde, gab ich gerne Auskunft. Das ist ja auch das Schöne, man kommt ins Gespräch, verbringt gesellige Abende miteinander, tauscht sich über das Erlebte aus, die kleinen und die grösseren Abenteuer.

 

Daher wünsche ich mir für die Zukunft einen respektvollen Umgang, viel Gelassenheit, wenns mal wieder länger dauert und eine kritische Selbsteinschätzung der Eiskletterer, dann bleibt Cogne das Kalymnos des Eiskletterns, wo ich noch gerne einige Jahrzehnte hinfahren möchte! Have a(n) ice day!!!

 

Cascata di Loye

35m Eisstufe mit Kompakteis und 2 Ständen (links oben), die sich wunderbar zum Üben und Wiedereinsteigen eignet. Mit einem Toprope lassen sich sicherlich 4 verschiedene Varianten klettern, sodass man Meter machen kann ohne diegleiche Strecke zurückzulegen.

 

 

Sentiero di Trol

Besonders schön und genüsslich ohne Schnee, geht meistens schon recht früh in der Saison, wenn auch noch mit dünnem Eis und steileren Aufschwüngen. Komplett mit gebolteten Abseilständen eingerichtet, 60m Seile notwendig. Der obere Teil bekommt zu Mittag viel Sonne. Meistens hoffnungslos überlaufen.

 

 

Acheronte

Rechts vom Klassiker Patri in einer Schlucht eingekesselt, besonders schön ohne Schnee. Genüsslicher Eisschlauch mit gebohrten Ständen.

Wer schnell ist klettert zuerst Acheronte und steigt zu Mittag in Patri nebenan ein und umgeht den ganzen Stau;-)

 

 

Antares im Valsavarenche

keine 10min Zustieg und mit Blick auf die Gran Paradiso Nordwand

4 Seillängen mit einem grandiosen 50m Mittelteil. Geboltete Stände. Die Sonne scheint in den oberen Teil am Vormittag, Achtung Eisschlag möglich!

 

 

Tutto Relativo

Wie wahr, wie wahr. Vor 2 Jahren um dieselbe Zeit war der Tutto Relativo schon nicht leicht für einen 4er. Doch dieses Mal setzte er noch eins drauf, mit Eisdusche und Porzellanladen und mega Steilheit. Als Dreierseilschaft mit Fabrizio hatten wir trotzdem Gaudi, während der eine vorne kämpft, sich "totally screwed up" und "Shit in my pants" denkt, amüsieren sich die Nachsteiger und legen ein Tänzchen aufs Parkett...

Die schottische Seilschaft nach uns hat leider der Kerze einen dumpfen Schlag verpasst, der bereits vorhandene Riss im oberen Teil hat einen weiteren hinzu erhalten und bei den warmen Temperaturen im Anschluss musste sich die Kerze (ver)beugen. Aber mit soviel fliessendem Wasser sicherlich bald wieder kletterbar!

 

 

Pattinaccio Artistico

Schon von weitem fallen einem beim Hineinfahren nach Lillaz von Cogne die langen weissen Streifen des Pattinaccio Artistico und des Hard Ice auf. Mittels Querung erreicht man oberhalb der nur selten geformten Säule bzw. Mixedgelände den Eisschlauch. Am besten bereits früh die Steigeisen anlegen, gebolteter Stand links und rechts vom Couloir. Momentan sehr steile zweite Seillänge. Und auch die letzte fünfte Seillänge war nicht zu unterschätzen mit dem ultraspröden Eis! geboltete Stände erleichtern das Abseilen, oder Abstieg über Tutto Relativo möglich. Die letzte Abseilfahrt vom linken Stand im orografischen Sinne hinab bis zum Boden ist recht imposant, 60m freihängend und mit bestem Blick auf die Mixedlinie, danach gibts kein onsight mehr;-)

 

 

Cascata di Patri und Candellone di Patri

Der Klassiker im Tal! Und dementsprechend hoffnungslos überlaufen. Unsere Strategie mit dem Einsteigen zu Mittag ging halbwegs auf, aber Geduld und Humor sind auf jeden Fall angebracht und ein geschultes Auge für Eisschlag. Landschaftlich einmalig schön gelegen, immer viel Eis, einige Ausweichseillängen und angenehme Steilheit, kein Wunder, dass sich die Massen um die besten Plätze drängeln. Leider aber auch sehr viele Einsteiger, die wohl ihre ersten Meter im Eis machen und endlos überfordert sind. 

Die erste Seillänge bietet momentan 2 Anstiege, wobei der obere Teil dünn mit Eis bestückt ist und zu einem Art Flaschenhals wird, Warten ist vorprogrammiert. Die 2. SL mit steilem kurzen Aufschwung, wiederrum verträgt es bis zu drei Seilschaften. Dann viel Gehgelände mit kurzen leichten Softeisaufschwüngen.

Im oberen Teil bieten sich in der Cascata di Patri mehrere Anstiege an, bis zu fünf Seilschaften können gleichzeitig Klettern. Im Candellone di Patri heisst es dann anstellen und warten. Die Steilheit kann über die Verschneidung völlig weggespreizt werden. 

 

 

Lau Bij und Medusa/Edelweiss

Leider staute es auch an diesem Tag in einem Sektor, der sonst wohl eher weniger besucht wird. Lau Bij verträgt keine Hundertschaften, das spröde Eis liess immer nur eine Seilschaft zu. So entschieden wir hinüber zur Medusa zu gehen und uns dort anzustellen. Fürs Edelweiss ist der Zapfen wohl noch nicht gross genug, die Seilschaft drehte innerhalb der Route um. Dafür steht die erste Seillänge von Medusa recht gut, steile Eismeter, die wir schliesslich zum Üben verwendeten. 

 

 

Drytooling Lillaz

Ein schöner kleiner Sektor von M. Scherrer, der anlässlich des Eisopenings in Cogne letztes Jahr eingerichtet wurde. Von D4-D7 und perfekt geboltet.

Zustieg erfolgt über den Wanderweg bei der Cascata di Lillaz, immer den gelben Pfeilen hinterher. Sobald man einen Hochstand erreicht mit grossem Feld dahinter, kann man bereits den Spot mit den fixen Expresschlingen erspähen. Der Wanderweg führt direkt unterhalb dran vorbei. Sonne zwischen 13:45Uhr und 15:30Uhr

 

 

Drytooling Grotta di Haston- Valsavarenche

Nachdem wir Antares geklettert sind, statteten wir diesem Gebiet einen Besuch ab, befindet es sich doch unweit des Parkplatzes. Beeindruckende Linien, wobei es uns eine Linie mit neuen Bolts besonders angetan hat: Il Testimonia. Eine Kingline, die wir mal Klettern wollen, wenn wir gross sind, zum Träumen...;-)

 

 

Drytooling Villeneuve

Direkt an der Strasse gelegen, im Osten von Villeneuve wenn man von Aymaville kommt, befindet sich der Klettergarten von Villeneuve, welcher im äussersten linken Teil 4 Routen zum Drytoolen beherbergt, die aller bestens mit Bolts abgesichert sind. Von links nach rechts nimmt die Schwierigkeit zu, ca. D7-D9.

 

Wir haben von Locals erfahren, dass noch ein neuer Drytooling-Spot eingerichtet worden ist. Oberhalb Aymavilles, dort wo die grosse gelbe Wand ist. Nähere Infos dazu sollen bald auf planetmountain folgen...

 

 

 

Candellabro del Coyote

leider noch sehr sehr wenig Eis

 

 INFOS

  • Das Eiskletterhotel Ondezana in Lillaz liegt optimal als Ausgangspunkt für alle Unternehmungen rund um Cogne. Andrea und sein Team bewirten in familiärer und gastfreundlicher Atmosphäre, es gibt einen Trocknungsraum, du kannst kostenlos Eisgeräte testen, ein Kletterführer liegt immer auf, das Tourenbuch mit ständig neuen Einträgen, sowie die Infos von Andrea und anderen im Hotel befindlichen Eiskletterern tragen dazu bei, dass du up to date bist bzgl. Verhältnisse rund um Cogne.
  • Im Valnontey gibt es ein ähnliches Hotel, das Hotel La Barme, das dieselben Annehmlichkeiten bietet. 
  • Wellnessen lässt sich famos in den 4 Stern Hotels in Cogne. Frag einfach Andrea, er tätigt gerne einen Anruf um dir einen Platz zu reservieren. Ebenso, wenn du mal Lust auf Pizza hast, organisiert er dir einen Tisch in der Pizzeria Tarabas in Cogne.
  • Rund um Sylvester ist verdammt viel los in Cogne, 20 Seilschaften im Patri sind keine Seltenheit. Entweder fängt der frühe Vogel den Wurm oder du startest erst zu Mittag. Gelassenheit sollte aber trotzdem im Gepäck sein.
  • Durch die hohe Lage gibt es ab Mitte Dezember immer rund um Cogne Eis, wenn dir mal nicht nach Eis ist, zwei kleine aber feine Drytoolinggebiete (Lillaz und Villeneuve) bieten Abwechslung. Ausserdem kannst du Langlaufen, Skitouren, Winterwandern, Courmayeur ist eine Autostunde entfernt, sowie die wunderbare Therme in Pré Saint Didier.

 

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Drytooling Eptingen

Nicht gerade ein einladend warmes, gemütliches Wohnzimmer das Drytoolinggebiet Eptingen, dafür warten hier harte Routen mit minimalem Zustieg in gebündelter Form. Ein Wasserfall plätschert in der Mitte der Arena, links und rechts davon, im unteren Teil leicht überhängende Routen, die sich nach oben hin immer mehr aufsteilen und im grossen Dach kräfteraubend den Umlenker beherbergen.

 

Alpine Gefahren lauern hier keine, dafür könnte man im Matsch am Boden ausrutschen oder vor lauter Laktatanhäufung in den Unterarmen die nächste Ambulanz aufsuchen müssen :-)

 

Wir haben uns eigentlich nur an einer einzigen Route versucht, doch die "Iceman" bietet interessante Kletterzüge an durchwegs guten Hooks, ein guter Warm-up eben. Nur dass wir halt beim Warm-up hängen geblieben sind und gleich einen Pump-up und Pump-out daraus kreiert haben. Die 10m bis zum ersten Umlenker entsprechen vielleicht einer D7, der zweite Teil schlägt dann doch schon mit D9 zu buche, so dass genügend Spielraum für unzählige, vergebliche Versuche bleibt. 

 

Zwei weitere Seilschaften waren am Werke, von denen eine durchaus die härteren Geschosse in Eptingen im Visier hatte. Lässig zum Anschauen die Figure-of-4-Orgie im grossen Dach. Eigentlich mehr Verrenken und Turnen als Klettern...

 

 

 

 

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Mixedklettern im "Zonk" in Engelberg

oder besser gesagt Drytooling-Expedition im Skigebiet Engelberg-Titlis...

 


Wie Packesel trotten wir die braune Piste vom Parkplatz an hoch, jeder Schritt mit dem Schwein am Rücken ein Krampf. Dabei hätten wir angedacht gemütlich mit der Titlisbahn zum Trübsee zu fahren und dann ein kurzes Stück über die Piste hinab zum Kanonenrohr, wo wir, linkerhand im Abfahrtssinne, das Mixedklettergebiet "Zonk" erkunden wollten.

 

Doch liebenswerterweise wollten uns die Bergbahnen Titlis nicht eine Einzelfahrt mit Halbtax um 10SFR, so wie im Winterprospekt und Pistenplan angeführt, verkaufen. Wir seihen ja keine Fussgänger, da wir die Ski dabei haben und über die Piste hinabfahren würden ins Tal. Ok, doch auf unsere Argumentation, dass wir die Ski auch im Auto lassen können und zu Fuss neben der Piste absteigen können, somit die Bedingungen für den Transport als Fussgänger erfüllen, ist die Chefin der Ticketausgabe auch nicht eingestiegen: "zu Fuss kann man nicht absteigen, wir könnten nur ein Retourticket lösen, sonst würden sie uns nicht befördern".

 

Jegliche Diskussion mit den Bahnangestellten führte ins Nichts. Sinnlos. Dass sie dabei nicht rechtmässig handelt, denn eine Einzelfahrt für Fussgänger wird nicht ausgestellt, obwohl im Prospekt angeführt, schien der Chefin gleichgültig zu sein. Eiskletterer haben die Trübseekarte um 40 SFR zu kaufen. Ein Wucherpreis!!! Was soviel heisst wie, Eiskletterer sind in Engelberg nicht erwünscht. Denn wer kauft sich bitte um einen so horrenten Betrag eine läppische Fahrt hinauf zum Trübsee???

 

Um meinem Zorn noch etwas Platz einzuräumen, die Skipisten sind in einem katastrophalen Zustand, erdige Löcher, Steine, im unteren Teil der Talabfahrt oftmals nicht korrekt abgesichert. Die Bergbahnen Engelberg-Titlis kommen demnach nicht ihrer Verkehrssicherungspflicht ordentlich nach, aber Hauptsache den Kunden tief in die Tasche greifen. 62SFR für die Tageskarte und nochmals Münz für die Parkgebühren abkassieren, dafür würde ich mir als Skitourist aber ganz andere Gegenleistungen erwarten, als die, die mir momentan geboten werden. Für den Schneemangel kann das Skigebiet sicher nichts, aber dann müssen sie besser beschneien und präparieren oder eben den Tarif reduzieren!

 

Wir sind gespannt, was der Marketingleiter der Bergbahnen für eine Argumentationskette hervorbringen wird...Ich halte euch auf dem Laufenden, denn momentan gibt es keine zufriedenstellende Lösung für das Eisklettern und Mixedklettern/Drytoolen oben am Trübsee, oder bist du bereit 40CHF zu blechen?

 

 

Verhältnisse:

 

Zonk:

Trotz der schattigen Lage auf 1560m, das Mixedklettern im Zonk ist momentan wohl eher lebensgefährlich. Die meisten Zapfen liegen am Boden, doch ein paar warten noch auf ihren Abflug! Es tropft und tropft.

Anscheinend wird das Gebiet auch nicht so häufig besucht (aber wen wunderts?), vertrauenserweckende Umlenker sind eher keine auszumachen, mehr Marke Eigenbau an windigen Sträuchern und rostige Gurken...

 

Selbst die Eisfälle am Graustock sind nicht durchgewachsen, was wir soweit mit dem Feldstecher vom Trübsee aus beurteilen konnten.

 

Das Drytoolinggebiet Trübsaal haben wir nach dem mühsamen Zustieg über die Piste nicht mehr aufgesucht. Mit dem Feldstecher konnte man im linken Teil allerdings etwas Eis ausfindig machen, doch bei den warmen Temperaturen wird auch dieses Eis eher auf seinen Abgang warten....

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Eiskletterfestival Kandersteg 2014

Den Ultrapump, den gibts beim Drytoolen, das steht fest. 

 

Ein super lässiges Wochenende mit viel Action, Staunen, Testen, Party...und Mädels, deren Bizepsumfang jeden Mund staunend offen stehen lässt. Imposant, dass die Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein beim Drytoolen förmlich aufgehoben werden!

 

Unsere erste Teilnahme an einem Drytooling-Bewerb war schon ein besonderes Erlebnis. Unter Zeitdruck die Route lesen und dann hinauf explodieren ohne wirklich zu wissen, was einen erwartet. Lauert ein schlechter Hook, muss ich den weiten Move mit einem Figure-of-4 überbrücken, mit welcher Hand weitergreifen? Die Erfahrung fehlt und das spüren wir beide deutlich. Timeout, bei allen drei Routen für mich, bei Zweien für Harald.

 

Doch nicht nur die Competition war es wert nach Kandersteg zu fahren, auch das Wiedersehen von alten Bekannten und Kollegen. Eine ausgelassene Stimmung, eine tanzwütige Party, wir haben verdammt viel Spass gehabt!

Eine kleine Impression aus der zweiten Bewerb-Route

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Cogne Eisklettern

Routen, welche wir kletterten:

  • Sentiero del Troll, 350m
  • Patri Classic left and right, 250m
  • Lillaz Gully, 200m
  • Tutto Relativo, 150m
  • Monday Money, 180m
  • Candelabro del Coyote, 100m
  • Thoule, 100m
  • Sentinel Ice, 90m
  • Drytooling/Mixed im Gartl am Bach zwischen Lillaz und Cogne

 

Cogne, das Eisklettermekka im Aosta, südlichöstlich vom Mont Blanc

 

Endlich sind wir hier, Tito hatte uns so lange bereits davon vorgeschwärmt. Vielversprechend startet unser 10 tägiger Eiskletterurlaub, seit 3 Wochen hat es nicht mehr geschneit, alle Südhänge sind bis auf fast 3000m aper und auch in den anderen Expositionen strahlt uns blauweisses Eis ohne lästige Schneehaube entgegen. Angenehme Temperaturen begleiten uns bei unseren Touren, die Nullgradgrenze wird nur knapp unterschritten. 

 

Mir dämmerts, Eisklettern im Süden ist mehr Wellness als zach. 

 

Viele Meter spulen wir im "Sentiero del Troll", der perfekte Fall zum Einsteigen in die Saison. Gebohrte Standplätze, schöne softe Aufschwünge wechseln mit Stapfgelände, doch in Summe kommen 8 Seillängen zusammen, die erst mal geklettert und auch wieder abgeseilt werden müssen. Teilweise ist das Eis noch sehr dünn, Vorsaison eben. Aber mit der Sonne im Rücken purer Genuss!

 

In unserer Unterkunft, dem Hotel "la Barme" sind ebenfalls einige Eiskletterer vor Ort. Wir tauschen uns jeden Abend über die Verhältnisse aus, was steht schon, was könnte gehen, was sieht noch ziemlich instabil aus oder ist definitiv nicht machbar? Kostenlose Führerliteratur, Wlan und ein Logbuch, in das jeder seine Eintragungen über die vorgefundenen Verhältnisse macht, ergänzen die Annehmlichkeiten im Hotel, um Pläne für den kommenden Tag zu schmieden. Und die Sonne scheint sowieso immer im Aosta...

 

Einer der ganz grossen, gemässigten Klassiker im Valnontey ist "Patri". Wir nehmen ihn gleich am zweiten Tag in Angriff, da noch nicht allzuviel Betrieb herrscht. Und siehe da, es hat sich gelohnt. Insgesamt nur 3 Seilschaften, was verdammt wenig für den Patri ist. In der Hauptsaison tummeln sich dort an die 10 Seilschaften!!! Eine nette Aufwärmlänge mit äusserst dünnem Eis am Ausstieg leitet hinauf zum Amphitheater, wo sich rechts und links zwei formschöne Eisfälle über die steilen Felsen ergiessen. Der linke Breite verjüngt sich am Schluss zu einem einmaligen schmalen Gully, der vollgefüllt mit Softeis zwischen aalglatten Wänden zum Stand führt. Der Rechte formt eine fantastische Verschneidung, welche etwas tricky den steilsten Teil erleichtert. Inklusive Dusche natürlich.

 

Ein nicht minder besuchter Eisschlauch ist das "Lillaz Gully". Besonders unter den Schotten beliebt, bietet es einen tollen Einstieg ins leichte Mixedklettern. Wer die mühsamen Höhenmeter zum Einstieg erst mal hinter sich gebracht hat, darf ab nun geniessen. Schöne Meter im Eis, dann auspreizen in den Fels, hindurchwurschtln über schmale Stufen, zu guter Letzt beherzigt die Eisgeräte im breiten Riss versenken oder gekonnt von Wurzel zu Wurzel schwingen, um die dryen Meter zu überwinden. Normalerweise hat es hier Eis, bei uns aber entpuppt sich diese Länge als coole Mixedpassage, wo mobile Sicherungsmittel am Gurt meine Nerven etwas beruhigt hätten. Weiter oben dasselbe Spiel, das Eis verjüngt sich und leitet in eine tritt- und griffreiche, steile Verschneidung, welche mittels Stemmen leicht überwunden wird, nur ohne Eis, keine Sicherung. Wieder ist der Kopf gefordert, auch wenn das Gelände leicht ist.

 

So langsam gehen die Bewegungen flüssiger, die Placements für Schrauben und Eisgeräte lassen sich leichter finder. Die erste Säule steht auf der Tagesordnung. Dafür bietet sich "Tutto Relativo" an. Coole, steile Meter, kurz und mit einem einfachen Zustieg. Und wenn man als erste Seilschaft des Tages klettert, kann auch schon eine kurze Säule ordentlich pumpen. 

 

Schnee, was ist das? Doch tatsächlich, es schneit und schneit, den ganzen Tag. Die Therme Pré-Saint-Didier bietet uns den perfekten Spielplatz um solche Wetterkapriolen zu überstehen:-). Zwar teuer, aber man bekommt für sein Geld verdammt viel geboten!!!

 

Alpines Ambiente erwartet uns beim "Monday Money". Nach dem Schneefall nicht der beste Entscheid, dafür aber alleine, spuren wir hinauf zum Fall. Mühsam, anstrengend. Dann auch noch sprödes Eis mit der lästigen Schneeauflage. Bereits die erste Länge stoppt uns etwas. Eine zweite Seilschaft zieht nach. Wir lassen ihr den Vortritt, die folgende steile Länge einzupickeln. Nebenan der megasteile "Repentance Super", ein supergeniales Teil, doch noch nicht in guten Bedingungen. In der Ferne leuchtet der Gran Paradiso im weissen Kleid, ich fröstele heute zum ersten Mal. 180m können verdammt lang werden, wenn die Verhältnisse alles andere als perfekt sind. 

 

Drytoolen/Mixedklettern ist die bessere Option. Ohne Zustieg, nur der sportliche Aspekt, keine alpinen Gefahren. Ein wunderbares Platzl können wir am Bach ausfindig machen. Zwar haben die Bohrhaken bereits ein paar Jährchen auf dem Rücken und die Felsqualität macht den Drypart noch spannender als gewöhnlich, dafür wartet vor dem Ausstieg dickes Eis für die gepumpten Arme:-) 

 

Ein Tagl á la Cogne erleben wir am folgenden im "Candelabro del Coyote". Sonne pur, steiles, geiles Eis, Megahooks in der Säule und eine schnelle Abseilfahrt.

 

Wie nah Glück und Unglück allerdings zusammenliegen, wurde uns am letzten Klettertag nochmals deutlich vor Augen geführt. Im "Thoule" stürzen etwas oberhalb seitlich von uns mehrere Kubikmeter Eis in die Tiefe, ein ganzer Vorhang spitzer Dolche. Wenn ich den Standplatz nur etwas unterhalb gewählt hätte, oder wenn Harry sich doch für die verlockende Säule entschieden hätte, wir möchten nicht wissen, was dann passiert wäre...Harrys Rucksack am Einstieg hat es jedenfalls nicht überlebt. Dessen Alu-Innenleben war total demoliert. Und 5m neben mir lag ein Eisdolch, huiiiiii.....Rückzug. Schluss. Aus.

 

Der "Sentinel Ice" stach uns bei jedem Taleinwärtshatscher ins Auge. Nach vornachmittaglicher Besichtigung, stand er zum Abschluss auf unserer Liste. Die filigrane Säule im oberen Teil sollte machbar sein und der dünne untere Teil wohl auch. Nachdem bereits 2 Seilschaften ihn durchstiegen haben, sollte auch uns die schmächtige Säule noch tragen. Ein Psychoritt für Harry zum Abschluss, für mich nicht minder, der Carpenter-Effekt lässt grüssen.

 

In diesem Sinne, ICE is nICE and have a nICE day!!!

 

 

 

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Kandersteg Eisklettern und Drytoolen

Das letzte Weekend im Eis für diese Saison? Vielleicht - aber bei diesen frostigen Temperaturen kaum vorstellbar, dass die Materie Eis so schnell schwinden wird. Wir jedenfalls haben die zwei Tage in der Kälte genossen, wenn man das überhaupt so ausdrücken kann. Genießen tut man's eigentlich immer erst hinterher, wenn man die wohltuende Wärme im ganzen Körper gespürt und Hände und Füße im wohltemperierten Restaurant langsam auftauen. Erst dann realisiert man: geniales Wochenende, aber irgendwie zach!

 

Wir trafen uns am Samstag mit zwei italienischen Freunden im Oeschiwald, welcher schon recht dicht besiedelt war. Aber kein Wunder, Eisfälle in bester Formation mit wenig Zustieg. Die Internationalität der Eiskletterer hier in Kandersteg bekommen wir auch gleich zu spüren, ein alltägliches "Hoi zsämme" versteht niemand, fragende Gesichter blicken uns entgegen. Engländer, Spanier, Deutsche,...

 

Eine namenlose leichtere Linie links außen entscheiden wir zu begehen, zwar sind auch dort schon Kletterer am Werke, aber bei diesem Andrang lässt sich's nicht vermeiden. Doch die erste Länge entpuppt sich schwieriger als erwartet, Harald müht sich im Kaltpump die 40m im tropfenden Röhreneis nach oben, und ich im Nachstieg ringe mit den geeisten Karabinern und Eisschrauben. Die Schlingen sind steif gefroren, das kann ja noch heiter werden.

 

Als ich am Stand ankomme, bibbert mir Harald zitternd und total blau im Gesicht vor Kälte entgegen. Aber so ist's eben beim Eisklettern, von Genuss kann da keine Rede sein, nur in den seltesten Fällen. Wir setzen unseren Weg fort, ich übernehme die Führung, zumal der gefrorene Harry mit seinen Eishandschuhen heut keine Schraube mehr bedienen kann. Schöne leichtere Meter folgen in einem Gully, bis wir schließlich an einem Baum den Rückzug antreten.

 

Ein interessantes Abseilmanöver und wir befinden uns beim Abstieg. Nachdem unsere 2 Freunde noch in der Säule nebenan hängen, beschließen wir, unsere Route ein zweites mal anzugehen, nur diesmal auf dem Originaleinstieg. Ich starte hinein, anfangs noch recht flink, aber dann immer langsamer, meine psychische Energie ist aufgebraucht, ich schaffe kaum noch Meter. Eisklettern ist einfach nicht meine Stärke, Männersportart, basta. Am Stand endlich, Harald ist unterdessen wieder eingefroren, der Arme, nur diesmal warm in die Daune eingepackt. Souverän meistert er die Seillänge, da kann ich mir ein Scheibchen abschneiden:-)

 

 

Am Sonntag haben wir Ueschenen aufgesucht, das Mixed- und Drytooling Gebiet in Kandersteg schlechthin. Leider suchen Eiskletterer um diese Jahreszeit das Gebiet wohl eher selten auf, von wegen breite Spur, die uns hinaufführen soll. Wir spuren 2 Stunden durch knietiefen Schnee. Doch zu Viert lassen wir auch dieses Hinderniss passieren, schließlich wartet Ueschenen!

 

Und es hat sich gelohnt: das Geilste, was mir je unter gekommen ist! geniale Routen, fragile Zapfel, gute Absicherung, traumhaftes Ambiente. Kletterherz- was willst du mehr? Und zudem ein extrem hookfreundlicher Fels. Wir pumpen uns abwechselnd die Arme auf, feuern an, fighten, fluchen, stopfen uns getrocknete Feigen für die kontinuierliche Zuckerzufuhr hinein und haben einfach nur Spaß beim Zuschauen, wenn sich die anderen abmühen. Um halb Fünf machen wir uns an den Rückweg, bergab gehts zum Glück etwas leichter, auch wenn der Schnee in alle Ritzen kriecht.

 

Zufrieden und völlig ausgelaugt sitzen wir beim Abschluss-Bier in der Bar zusammen und sind uns einig: cooles Wochenende, im wahrsten Sinne des Wortes!

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Eisklettern in der Schlucht von Pontresina

Eisklettern Pontresina Schlucht

Langsam entwickelt sich Pontresina zu unserer "Ausflug in den sonnigen Süden" Alternative. Bereits das zweite Wochenende in Folge treibt es uns aufgrund heftigem Schneetreiben in der Zentralschweiz in das italienisch angehauchte Engadin, mit dem Ospizio Bernina als unserem Stützpunkt.

 

Bei leicht frostigen -15 Grad Celsius splittert das Eis, knirscht der Schnee unter unseren Füßen. Doch warm eingepackt in die Daune macht die Kältewelle unserem Gaudi beim Eisklettern in der Pontresina Schlucht keinen Abbruch. Wie immer nach dem Motto "wer klettert, trägt den Spott und das Gelächter des Sichernden" kämpfen wir uns durch röhrig glasiges Eis, überwinden zapfige Bäuche, besteigen fragile Säulen und zittern uns durch knifflige Dry-Passagen.

 

Die Pontresina-Schlucht gibt also auch beim zweiten Besuch ordentlich was her, toprope-gesichert lässt sich so mancher wilde Zapfen ausprobieren und die Grenze physischer Leistungsfähigkeit antesten. Coole Sache - im wahrsten Sinne des Wortes.

 


Diavolezza Skierkundung

Der Samstag verspricht nochmals ein paar Grade kälter zu werden, dafür aber sonniger. Wir einigen uns auf eine Diavolezza Skisafari. Das Panorama auf Piz Palü, Piz Bernina und Morteratsch ist umwerfend, die Abfahrt über den Gletscher hinunter nach Morteratsch skifahrerisch zweitklassig, dafür landschaftlich sehr beeindruckend. Auch wenn ich die Gegend vom Sommer her kenne, im Winter strahlt der Kessel mit scharfen Kanten, Eisabbrüchen, rießigen Spalten und mächtig viel Schnee ein Ambiente wie in den großen Bergen der Welt aus. Grandios.

 

So genießen wir dreimal die Abfahrt von der Diavolezza und tauchen ein in die bezaubernde Bergwelt unterhalb von Bernina und Co. Mit der rätischen Bahn gehts gemütlich zurück zur Gondel und endlich können Zehen, Finger und Nasenspitze auftauen.

 

Leider hat der Wind der letzten 14 Tage viel Arbeit geleistet und unangenehme Krusten und Windgangeln geformt, das Variantenfahren auf der Ostseite der Diavolezza trennte den halbwegs guten Skifahrer vom misserabel auf den Brettln stehenden. Die wechselnde Schneebeschaffenheit forderte höchste Konzentration und Umstellungsfähigkeit. Aber auch die Pisten dienten uns als seltene, doch willkommende Abwechslung, perfekt griffig präpariert und ohne Andrang die Geschwindigkeit und die Fliehkraft in den Kurven zu genießen.

 

 


Piz Lagalb

Meistens kommt es anders als man denkt. So auch diesmal. Die läppischen 25 Grad unter Null forderten Pascals Opel in der Nacht aufs Äußerste heraus, er kapitulierte. Hieß für uns: nix Bivio und Powder vom Feinsten, sondern Skitouren vom Ospizio aus. Doch es gibt Schlimmeres als bei strahlend blauem Himmel, Fernsicht bis nach Afrika und dem Traumpanorama auf der gegenüberliegenden Talseite den Tag zu überbrücken, bis der Pannendienst eintreffen soll.

 

Wir fellten an und stiegen Richtung Piz Lagalb empor, alte verblasene Spuren und 2 frische Spuren vom gestrigen Tag wiesen den Weg. Am Anfang in gemäßigtem Gelände steilte sich der Piz Lagalb auf seiner Südseite zu einem felsdurchsetzten Klotz auf. Mit Abständen bewegten wir uns über Harschkrusten fortwärts, eine kleine Steilstufe die Ski tragend überwindend, bis wir schlussendlich an einem windgeschützten Platz auf 2800m unser Tagesziel auserkoren. Auch wenn die Sonne wärmte, doch an eine lange Rast bei Temperaturen unter 20 Grad ist nicht zu denken.

 

Pascal hatte bereits beim Aufstieg eine lässige Abfahrtsvariante entdeckt, welche uns ohne Umwege auf die Scharte zurückführen würde. Gesagt, getan. Der Mann mit Airbag darf den Hang als Erster antesten:-). Zuerst etwas antestend, aber dann mit Speed und wenigen Schwüngen prescht er den makellosen Hang zur Scharte hinunter. Wilder Hund.

 

Harry und ich rücken der nichts als weißen Fläche etwas zaghafter auf die Pelle, könnte doch die ein oder andere Bruchharschfalle auf uns warten und zuschlagen. Weiter unten wechseln pulvrige Passagen in den Mulden mit Windkrusten in den Übergängen, doch alles in allem eine wirklich nette Tour für einen Plan B!

 

Der Pannendienst lässt immer noch auf sich warten, schließlich um 17 Uhr nehmen wir das ganze selbst in die Hand und organisieren uns Überbrückungskabel. Auf die schweizer Gründlichkeit ist eben doch kein Verlass!

 

 

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Pontresina Eisklettern

Pontresina heißt: Eisklettermeter machen in traumhafter Umgebung, dazu Sonne genießen und abschließend die Arme in der Pontresinaschlucht bis zum äußersten aufpumpen:-). Am Abend oben am Berninapass im Ospizio (relativ günstig für Schweizer Verhältnisse) leckere Kalorien tanken und den wohlverdienten Schlaf auf 2300m genießen. Am Morgen bei strahlend blauem Himmel den Sonnenaufgang in den Bergen beim Frühstücken zu beobachten hat schon was für sich...

 

 

Pontresina Schlucht: Eisklettergarten (25-30m)

Mitten im Dorf gelegen befindet sich die bewässerte Eisklettergartenarena. Via Fußabstieg (Steigeisen empfehlenswert) bei der Brücke zu erreichen oder gleich Toprope einhängen und abseilen. Es gibt auch einige Mixedrouten mit Bohrhaken. Insgesamt eher steileres Eis, teilweise auch zum Vorsteigen bestens geeignet.

 

 


God de la resgia, 160Hm

 

Von Pontresina Richtung Diavolezza fahren, rechterhand kostenpflichtiger Parkplatz (1h=1SFr !) noch vor Kieswerk. Aufstieg 30min.

 

Die erste Seillänge ist gleich die steilste, aber bereits nach 6-7m legt sich der kraftige Auftakt zurück, Genussklettern ist angesagt, danach Kettenstand links. Die 2. Seillänge ist ein Schneestapfer zu Baum rechts vor dem schönen Couloiraufschwung. Die 3. Seillänge ist die wohl eindrücklichste durch das Couloir. Wirklich nett zu klettern! Kettenstand rechts an Fels. Danahc ist wieder Schneestapfen angesagt zum fulminanten Genuss-Abschluss: gestuftes Gelände mit kurzen Aufschwüngen.

 

Abstieg durch Abseilen: Geht sogar mit 50m-Seilen bestens und schnell, da alles perfekt eingerichtet.


Pontresinafall

 

Der Genussklassiker schlechthin, Eisklettern in der Sonne über 230Hm! 

 

Zustieg erfolgt vom Parkplatz beim Hotel Palü (kostenpflichtig, 1SFR/h) in 30min. Viele Varianten möglich, je nach Eisbildung. Die 1. Seillänge haben wir ganz rechts erklettert, netter Aufschwung mit teilweise schon recht dünnem Eis beim Ausstieg. Kettenstand rechts. Danach Schneegestapfe zum nächsten Aufschwung, hier kann man leicht rechts hinaufklettern oder etwas schwerer weiter links, sogar ein senkrechter Aufschwung ist möglich, allerdings danach Querung nach rechts in unangenhemen Gelände (dünnes Eis/Fels). Der Standplatz danach ist in einer gemütlichen ebenen "Höhle". Wieder Qual der Wahl: rechts oder links. Wir haben uns für die linke Variante entschieden, eine Art Verschneidung, welche linkerhand von einer fast senkrechten vereisten Wand begrenzt wird. In ihr selbst genüssliches Höhersteigen. Später wieder rechtshaltend aufgrund Eismangel im linken Teil. Kettenstand. Der Abschluss bilden Schneegestapfe kombiniert mit netten Aufschwüngen, Stand an Baum mit violetter Schlinge. Von dort linkshaltend auf Wanderweg und zu Fuß ins Tal absteigen. Sehr zu empfehlen, da Abseilen sicher nicht weniger lange dauert.


Verhältnisse:

Am Samstag leichter Schneefall und um die -6/-8 Grad. Einiges an Schnee in den leichten Passagen. Das Eis ist eher spröde. Alleine am God de la resgia unterwegs. 2 Seilschaften am Pontresinafall, 1 Soloist. Dafür in der Pontresinaschlucht starker Andrang, mehr oder weniger alle Routen belegt.

 

Am Sonntag bei wechselnder Bewölkung und -15 Grad am Morgen im Pontresinafall wieder alleine unterwegs. Sprödes Eis, aber stark ausgepickelt, so dass weniger störend. Teilweise schon recht dünnes Eis, aber noch tolerierbar. Es kluckert und rauscht...

 

Ohne die Sonnenstrahlen wäre es recht frisch geworden, auch so kamen wir nicht ins Schwitzen.

 

Die beiden Fälle bekommen viel Sonne ab, daher nur für kalte Temperaturen geeignet. 

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Satura im Bisisthal

Heute sollte es endlich mal klappen mit Eisklettern, nachdem wir letzten Sonntag vergeblich auf Eissuche in der Taminaschlucht waren...

 

Wer gute Winterreifen, Allrad oder Ketten hat fährt direkt hinauf ins Sali im hintersten Bisisthal. Wir müssen leider draußen parken beim Gasthof Schwarzenbach, bereits die erste Kurve schmeißt uns aus dem Rennen. Zum Glück treffen wir auf zwei Skitourengeher, die uns im Auto mitnehmen, so sparen wir uns 1 Stunde Gehzeit, die faulen Eiskletterer...

 

Satura liegt in einem kleinen Kessel, landschaftlich recht reizvoll mit Blick auf die andere Talseite. Der Top 50 Fall (laut Eiskletterführer Schweiz Ost) besteht aus mehreren Stufen, so dass fast überall hinausgequert bzw. hineingequert werden kann. Zunächst startet man mit 2 kleinen 5m Stufen, fein zum Einklettern. Noch fließt viel Wasser, überall kluckerts und blubberts.

 

Dann folgt die Crux-Seillänge, eigentlich nur mit 80Grad angegeben, allerdings mit den momentanen Verhältnissen recht spannend: über Blumenkohle kämpft man sich in eine Verschneidung, die röhriges Eis beheimatet. Zwar nicht so schlecht zum Klettern, doch die Absicherung ist eher von der heikleren Sorte. Doch Harry meistert die Seillänge bravourös. 

 

Ich bin mit der nächsten kurzen Steilstufe an der Reihe, wieder eher röhriges Eis mit vielen Lufteinschlüssen, doch 3 Schrauben finden Platz und schonen meine Vorstiegsnerven. Danach folgt entspanntes Softeis und ein langer Hatscher im Schnee hinauf zur nächsten Stufe. 

 

Wir nähern uns dem letzten fulminanten Aufschwung, leider tropfts dort mehr als üblich, besser gesagt, ein richtiger Wasserschwall stürzt zu Boden. Ich erreiche tropfnass das Hintere der imposanten Höhle mit den Säulen. Gigantisch die Formen, welche sich hier aufgebaut haben: weiß, grau, blau, bizarre Blumenkohle und Eislamellen, das Wasser des mittleren Falles stürzt auf einen Pool und höhlt ihn stetig aus. Ich fühle mich wie im Wellness-Paradies, nur etwas kälter:-) eine Brodelküche aus eisigem H2O, fantastisch!

 

Wir entscheiden uns auf einem Band hinauszuqueren, die letzte Stufe scheint unmöglich. Der rechte Zapfen ist bereits mittig abgebrochen und die mittlere Säule besteht aus röhrig-knisterndem Eis, sicher kein Plaisirklettern. Und wir waren beim ersten Aufschwung schon mehr als gefordert. Aber vielleicht baut sich der Fall noch auf? Wir hoffen auf einen 2. Versuch im Wellnesstempel Bisisthal...

 

 

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Eisklettern im südtirolerischen Langental, Jumbo Jet

Im Langental bei Wolkenstein (Südtirol) warten einige anspruchsvolle Eis- und Mixedlängen. Unter anderem wächst dort "Illuminati" auf der Sonnenseite des Tales. 

 

Auf der Loipe läuft man endlos lange das Tal hinein, zum Glück ist die Landschaft echt reizend und links und rechts erblickt man ab und an eine tolle Eislinie, so dass der Zustieg mehr an an eine Wanderung erinnert. Doch dann nach 1h verlassen wir den Weg, anfangs auf tiefen Wegspuren durch die Latschen hindurch. Mühsames Einsinken, der Schnee schlüpft ins Innere des Schuhwerkes, grrrr.

 

Wir entschließen uns eine steile Rinne mit pickelhartem Schnee hinaufzustapfen, eine gute Entscheidung, so brennts uns schon mal vorab die Wadln auf. Wir gewinnen rasch an Höhe, nur leider zu hoch, wieder müssen wir ein Stück hinab queren um dann abermals anzusteigen. Der Schnee ist von einer dicken Kruste überzogen, mal gehts einige Schritte gemütlich oben auf, dann bricht man ein, um sich das Schienbein anzustoßen. Kraftvolles Heraussteigen, ein paar Schritte, einbrechen, Schienbein, das Spiel beginnt von vorne. So kämpfen wir uns den ganzen langen Hang hinauf bis zum Einstieg. Welch Unterfangen schon beim Zustieg.

 

Der Anblick der steilen Kerze im oberen Teil entfacht bei mir nicht ein Feuer, sondern vielmehr Respekt und Angst. Ich bin noch nie so steiles Eis geklettert.

 

Jürgen pickelt sich souverän den ersten Aufschwung hinauf, ein WI4+ aus sehr spödem Eis. Mir grausts schon vor der steilen Kerze. Mühsam kraxl ich den Einstieg mit meinen gefrorenen Fingern hinterher. Bringe die Schrauben kaum raus. Wie ich Eisklettern hasse....

 

Nun traversiere ich in leichtem Gelände hinüber zur Säule, immer näher kommt sie, ihrAnblick versetzt mich immer mehr in Angst und Schrecken.

 

Jürgen steigt ein zweites Mal gekonnt die Säule empor, ich im Nachstieg quäle mich von Eisschraube zu Eisschraube. Mich pumpts endlos in den Unterarmen, die verdammten Eisgeräte und Steigeisen wollen nicht halten. Wie wärs mal mit Schleifen? Ausrede. Es liegt vielmehr an meiner mangelnden Technik. 

 

Die saugende Tiefe zieht mich nach untern, mich fetzts aus einem Hook - verdammt - zum Glück im Nachstieg. Dann fällt mir ein rießiger Eisbrocken auf die Wange - autsch. Eisklettern ist einfach kein Frauensport. Hart, grausig, furchteinflösend. Was mache ich eigentlich hier? Ich verfluche gerade das Eisklettern, in meinem Zorn pickel ich mich Schlag um Schlag weiter. Nach einer geschätzten Stunde erreiche ich völlig fertig den Stand, Jürgen feuert mich auf den letzten Metern an. 

 

Nein- ich gehe nie wieder Eisklettern.

 

Schon am nächsten Tag starte ich mit Martin zum Easy Afternoon in Lüsens, der Name ist Programm. Wir machen ihn zum Easy Morning...

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Eisklettern Bafflfall, Sellrain und Kitzgartenschlucht

Die letzten Eiskletterstunden sind gezählt!

Nach längerer Suche nach noch kletterbarem Eis sind wir gestern letztendlich beim allseits beliebten Bafflfall im Sellrain gelandet. Durch seine nordseitige Ausrichtung und gewisse Höhenlage findet sich noch passables Eis, wobei der kurze Fall schon recht "abgepickelt" durch den regen Betrieb erscheint. Die Säule im Mixedgartl bei Ochsengarten ist schon morsch, ebenfalls nebenan Rinne und Ghostbusters, Eis am Stil weiter unten Richtung Ötztal hat ebenfalls nicht einladend ausgeschauen.

 

Heute in der Kitzgartenschlucht im Pitztal noch einige Linien möglich. Im Sektor Platte steht eine lässige Säule, welche mittels Bohrhaken abzusichern ist. Oben kann am Umlenker ein Toprope eingerichtet werden + Baum, so dass nebenan die dünne Säule auch noch zu klettern geht. Eisqualität recht soft bzw. Übergang ins morsche Eis. Weiter rechts gibts noch 2 kürzere Eisaufschwünge, bei dem linken fehlt leider ein Umlenker, entweder wieder abklettern oder an dünnem Baum Stand einrichten. Beim rechten Eisaufschwung Stand mit Umlenker an Baum. Gegen Mittag ist zwar schon einiges an Wasser geronnen, aber noch verträglich. Kitzgartenfall sieht schon ziemlich morsch aus, im Sektor Dach läuft sehr viel Wasser, auch im linken Teil des Sektor Platte sehr viel Wasser, nicht mehr lohnend.

 

 

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Patricia Schanne, MSc

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