Schmalstöckli: Upat91

Wie so oft ist der Start am Schmalstöckli nicht gerade die Wucht, was dann allerdings folgt, kann sich sehen lassen. Besonders die 2. Seillänge der Upat91 wartet mit einmaliger Plattenkletterei auf. Kompakter Kalk erster Güte! Dass mit dem blauen Himmel täuscht gewaltig, bereits in der dritten Seillänge hat uns eine fette Nebelwolke verschlungen und frostige Temperaturen machten sich breit. Bibbern, zittern, frösteln war angesagt. Zum Glück geht die Abseilfahrt mit dreimaligem Abseilen problemlos und flott einher...und das Restaurant in Riemenstalden nicht weit zum Aufwärmen und Café trinken;-)

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Schmalstöckli: Bird on Wire

Und weils so schön war am Schmalstöckli vor 3 Wochen, statten wir an diesem wettertechnisch eher etwas unsicheren Sonntag dem Schmalstöckli einen zweiten Besuch ab. Diesmal zu Dritt und mit Vorsteigerin Fulvia im Gepäck. Harry und ich waren den Abend zuvor auf einer Hochzeit eingeladen, die Müdigkeit noch immer im Körper steckend, kam uns der Vorschlag gerade recht, einen entspannten Klettertag am Schmalstöckli zu verbringen. Herrlicher Fels, herrliche Lage und die Hütte für einen Kaffee nicht weit entfernt, falls der Müdigkeitspegel ins Unermessliche steigen sollte...

 

Die Bird on Wire (mit roter Farbe und den Buchstaben BOW am Felsen angeschrieben), folgt schönen Felsstrukturen durch die Südwestwand, gleich neben der Papillon im oberen Teil. Die Absicherung mit Bohrhaken älteren Datums ist ok, auch wenn die Bohrhaken teilweise etwas inhomogene Abstände aufweisen und ein Stand der vorletzten Seillänge verbessert werden möchte (alte Schlinge aus Sanduhr rausschneiden, dann ist wieder Platz für eine solide neue Sanduhr, die bei Bedarf gefädelt werden kann)

 

Wie üblich am Schmalstöckli trifft man auf traumhafte Felspartien an, mal plattig rauh und gut strukturiert, mal henkelig an Schuppen, aber auch ein paar brüchige Zonen wollen vorsichtiger erstiegen werden. In 3x abseilen über die benachbarte Papillon steht man flux wieder am Wandfuss für neue Abenteuer und eben doch das kühle Bier in der Lidernenhütte;-)

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Schmalstöckli: Papillon und Läged Windgällen: Basler Route

 

Läged Windgällen Westgipfel: Basler Route

 

Vom Mettener Butzli (Taxe 10CHF beim Gasthof/Hotel Posthaus Urigen zu entrichten, ab Alp Mettenen Kiesstrasse) auf Wegspuren ein kurzes Stück Richtung Alpler Tor, dann bei Steinmann auf einem Trampelpfad ohne wesentlichen Höhengewinn durch die Lawinenverbauungen hindurch. Da die Schächentaler Windgällen so zerklüftet ist, fällt die Orientierung und das Spotten des Einstiegs diverser Kletterrouten nicht leicht. Zumal kein gescheites Wandbild und Übersichtstopo existiert. 

 

Wir koffern also zuerst mal bis zum hintersten Winkel auf einem mehr oder weniger gut ausgeprägten Pfad, dafür erhalten wir eine super Übersicht über das gesamte Gebiet. Einige Routen sind angeschrieben, was die Orientierung dann schliesslich doch etwas vereinfachte. So dass wir schnell auf unseren Fehler mit Ost und West Verwechslung kamen und die Basler Route dann schlussendlich im linken Wandteil suchten. Wer suchet, der findet. In fett Rot stehts geschrieben: Basler Route.

 

Bereits die erste Länge lässt nicht so richtig Flowgefühle aufkommen. Der Fels schaut brüchig aus, nicht jeder Griff und Tritt vertrauenserweckend. Zwar geht es flüssig, aber eben etwas angespannt. Und unser gewonnener Eindruck aus der ersten Länge wird sich über die gesamte Route hinwegziehen. Nie wirklich schwierig oder ernsthaft, aber immer mit diesem Angespanntheitsgefühl klettern sich die 8 SL. Von Plaisir kann wohl keine Rede sein. Was vielleicht auch ein Grund ist, warum das Gebiet aus dem neuen Plaisir Ost Führer gänzlich rausgefallen ist. Denn Routen hätte es ja viele...auch einige Sanierte und mit Plaisir-Hakenabständen...

 

Wer allerdings das Gesamtpaket Klettern im Schächental sieht, der wird durchaus wieder zurückkehren an diese zerklüfteten Felsbastionen. Die Aussicht ist einfach grandios, die sonnige Lage macht das Klettern schon früh in der Saison möglich, die sich bis weit in den Herbst hinein zieht. Dazu der durchaus bequeme Zustieg, auch wenn sich die Anfahrt ab Altdorf zieht. Die gute Abseilpiste neben und über die Basler Route ermöglicht ein flottes Zurückkommen an den Wandfuss und ist einigermassen sicher bzgl. Steinschlag. Und dann wartet unten in Altforf ja noch diese geniale Gelateria mit dem besten Eis weit und breit, wo sich der Klettertag in lebendiger Gesellschaft ausklingen lässt.

 

 

Schmalstöckli: Papillon

 

So angespannt, wie wir gestern geklettert sind, so entspannt gehts am Schmalstöckli im Lidernengebiet zu. Fester, wasserzerfressener, hellgrauer Kalk erwartet das Klettervolk in der Südwand. Teilweise erinnert der Fels stark ans Rätikon. Plattige Passagen wechseln mit griffigen Schuppen und Henkeln. Genuss pur.

 

Der kurze Zustieg von der Seilbahn, gepaart mit der Möglichkeit in der Lidernenhütte noch einen Kaffeestopp einzulegen, sprechen auch für das Klettern dort oben bei eher unsicherem Wetter. Bei uns hatte es noch bis am Morgen geregnet, doch die sonnige Lage trocknete recht rasch den Fels und die Wasserstreifen verschwanden innerhalb weniger Stunden.

 

Die Papillon (nähere Infos von den Erstbegehern hier) startet etwa 15m unterhalb der Bird on wire, der Name ist nicht angeschrieben, der Einstieg trotzdem leicht ausfindig zu machen. 2 BH stecken im etwas splittrig ausschauenden Fels, bevor die Route eine grosse links-rechts-Kurve einlegt. Die sehr gut platzierten Bolts lassen von Anfang an Freude aufkommen, der 6b-Einstieg löst sich besser auf, als es auf den ersten Blick den Anschein hat, danach folgt toller Fels bis zum Top. Im Prinzip eine klassische, homogene Plaisirtour, wäre da nicht in der 3. SL diese glatte, grifflose 2m Wandstelle, die frei um 7b eincheckt. Ein Schönheitsfehler, auf der anderen Seite, es findet sich eben nicht immer eine Möglichkeit, absolute Homogenität herzustellen. 

 

Ich scheitere kläglich an der schwierigen Klettersequenz, kann auch nicht wirklich für mich auf die Schnelle eine Lösung ausfindig machen, so dass ich zum A0 greife. Leider erreiche ich den nächsten Bolt nicht, eine Trittschlinge muss her. Doch auch mit der Trittschlinge bin ich noch überfodert und brauche einige Versuche den nächsten Bolt zu erreichen. Hier wäre vielleicht ein kurzes Seilstück oder Bandschlinge hilfreich, das in diesem oberen Bolt fixiert ist. So wäre die Stelle für Plaisirkletterer entschärft und Anwärter auf einen onsight oder rotpunkt-Durchstieg hätten immer noch die Möglichkeit dazu...

 

Mit 50m Halbseilen ist man mit 4x abseilen zügig und unkompliziert wieder am Wandfuss zurück. Und kann die nächste Route in Angriff nehmen. Oder man macht auf gemütlich und schlendert zur Lidernenhütte zurück um bei einem kühlen Bier den Kletterhalbtag Revue passieren zu lassen...

 

Basler Route:

Papillon

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kleiner Bockmattliturm Westwand: Element of Slime

Letztes Jahr bin ich an der Westwand des kleinen Bockmattliturmes die sehr empfehlenswerte Echo der Zeit von Marcel Dettling geklettert. Dabei fiel mir bereits die überaus gute Felsqualität im oberen, steilen Teil der Wand positiv auf. Ein Blick auf das Topo verriet, dass da noch einige Perlen schlummern könnten, allerdings war nicht so viel Info zu bekommen. Touren aus den 80er Jahren.

 

Durch Zufall bin ich dann auf die Element of Slime gestolpert. Die obersten 2 Seillängen existierten also schon seit langem, die Bolts gehörten getauscht, Marcel hat sich dieser Aufgabe angenommen und 4 weitere Seillängen in Falllinie erschlossen, so dass nun eine interessante alpine Sportkletterroute mit homogenen Schwierigkeiten daraus entstanden ist. Den Link zur Geschichte der Erschliessung von Marcel findet ihr am Schluss des Artikels.

 

Der Bockmattlifels an der Westwand des kleinen Bockmattliturmes ist schön kompakt, mit typischer Bockmattlikletterei, was heissen will, ein ständiger Wechsel aus athletischer Kletterei zwischen Schuppengriffen und feiner Steh- und Präzisionsarbeit über die kompakten Partien ist gefordert. Untergriffe, Seitgriffe, dann mal wieder anreissen zwischen 2 weit entfernten Henkeln. Die Absicherung ist sehr gelungen, die Bolts immer gut zu klippen, auch wenn anhaltend zwischen den Bohrhaken geklettert werden muss. Also keine Klettergartenabsicherung, aber sehr fair.

 

Lediglich der Auftakt nach der ersten Eingewöhnungsseillänge, also der Start der ersten 6c+ Seillänge = 2.SL, erfordert etwas psychisches Engagement. Der 2. Bohrhaken möchte ehrlich angeklettert werden, was im völlig unaufgewärmten (physisch wie psychisch) Zustand für mich zur Herausforderung wurde. Beim dritten Anlauf dann gab ich mir einen Ruck und stieg auf den Tritt, wo vorher die Hände waren, der Klip dann recht wackelig. Und die nachfolgenden Meter anhaltend schwierig, auch wenn sich alles auflöst. Eine ziemlich fordernde Auftaktlänge, jedenfalls weiss man danach, wo man dran ist in der Tour;-)

 

Die 3. SL klappt dann auf Anhieb, eine abdrängende seichte Verschneidung, Etwas mehr eine Zubringerseillänge zum oberen fantastisch steilen Aufbau der Westwand.

Etwas Verwirrung stiftete dann der Ausstieg der super langen L4. Rechts zum Stand des Westwändli oder links zum Stand mit Muniring? Prompt entschied ich mich für die falsche Variante, nämlich links. Es folgte für uns eine tolle athletische Seillänge, die wiederum zum Stand der L5 der Element of Slime hinüber führt. Auch danach darf man sich nicht beirren lassen. Die Element folgt kerzengerade hinauf, links der Boltquergang gehört zur Westkante. Die fette Sanduhr zum Fädeln am Start sollte nicht zu übersehen sein und ist gutes Indiz dafür auf der richtigen Route unterwegs zu sein;-)

 

Tolle Kletterei folgt, allerdings vermiest mir eine knifflige Stelle den Durchstieg. Eine Henkelschuppe will erreicht werden, an die ich partout nicht herankomme und auch der kurze Überhang erfordert beherztes Zupacken, Ansteigen und Durchziehen, aber erlebt es selbst...mit dem letzten Hemd erreiche ich den exponierten Stand, von dem über die Route abgeseilt werden kann. Wir aber setzen den Aufstieg in leichterem Gelände fort, nach 50m erreicht man den gemeinsamen Stand vom Westwändli, Echo der Zeit,..., oder nach gut 60m ganz oben auf dem Gupf folgt noch eine aufgebohrte Sanduhr mit gefädelter Schlinge zum Nachholen des Partners, wenn am unteren Stand mal wieder Andrang herrschen sollte.

 

Mit dem Klingeln der Kuhglocken im Ohr und dem Surren der Bienchen geniessen wir für einen Moment den Ausblick vom flachen Wiesengipfel. Das liebliche Gebiet steht so im krassen Gegensatz zu der fordernden Kletterei, die wir in den vergangenen 4 Stunden erleben durften. Das macht das Bockmattli vielleicht auch so speziell, so speziell schön. Erstklassiger Fels immer mit Blick auf den Zürisee und das Flachland, eingebettet in eine klassische Voralpenlandschaft mit Almbetrieb. Und doch wird der Kletterer gefordert, Ausspannen ist höchstens kurz am Stand möglich.

 

Für einen Rotpunktdurchstieg muss ich wohl wieder anrücken, aber was heisst da "müssen": "dürfen" wäre der bessere Ausdruck!!!

 

Infos zur Erstbegehung von Marcel unter:

http://mdettling.blogspot.ch/2015/09/bockmattli-element-of-slime-6c-7-sl.html

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Aiguille Dibona - klettern rund um das Refuge Soreiller

Die Dauphiné ist im deutschsprachigen Raum weniger bekannt, was wohl an der weiten Anreise liegen mag. Dabei ist dieses Gebirge in den französischen Alpen rund um den südlichsten 4000er der Alpen, die Barre des Écrins, für mich eines der Schönsten! Wild, ursprünglich, ohne übermässige Erschliessung und Infrastruktur. Dazu oft das südliche Wetter mit viel Sonnenschein. Und die Qualität der Anstiege und Routen ist vorzüglich, abwechslungsreich, eher felslastig, denn die grossen Gletscher haben ihre Blütezeit schon hinter sich. Den Kletterer erfreuts, den klassischen Bergsteiger wohl weniger, aber auch er wird in der Dauphiné noch fündig werden...

 

Die Aiguille Dibona, eine Felsnadel, ein Monument aus Stein. Eine Laune der Natur, die eine Felsqualität erschaffen hat, die besser nicht sein könnte. Strukturierter, griffiger Granit mit mega Reibung und in rötlichen Tönen. Auf 300m Wandhöhe wirst du keinen einzigsten brüchigen Griff oder Tritt finden! Die Qualität und Struktur der Felsen erinnert mich fast schon an die Vorzüglichkeit des Gesteins auf Korsika, aber das im Hochgebirge auf 3000m Höhe!

 

Mit dem Refuge Soreiller als Ausgangspunkt, das direkt am Fusse der Südwand liegt, haben wir also für 4 Tage unseren Stützpunkt gefunden. Die Vorteile liegen auf der Hand: null Zustieg = länger Schlafen und Flexibilität, was das Wetter anbelangt. Denn das sollte wider Erwarten einige Kapriolen schlagen, Hagel und Graupeln inklusive. Doch wenn man quasi direkt beim Einstieg einer Route nächtigt, dann gehen sich auch bis Mittag und somit noch vor Eintreffen eines Gewitters, viele Seillängen aus.

 

Martine, die Hüttenwirtin, organisiert mit ihrem Team die Horden an Kletterern und Wanderern recht gut. Jeder muss bevor er die Hütte verlässt mitteilen, welche Route er klettern wird, zu seiner eigenen Sicherheit (denn Empfang ist hier Fehlanzeige), aber auch um die Seilschaften zu koordinieren. Die Visite Obligatoire ist DER Klassiker im Gebiet und an schönen Tagen von etlichen Seilschaften belagert. Damit nicht alle um 8 Uhr beim Einstieg anstehen lohnt sich die allabendliche Organisation eben schon. Ansonsten darf man nichts grossartiges dort oben erwarten, klassisch karge Verpflegung, aber ausreichend und preislich fair und das Team ist wirklich nett und gut organisiert. Es gibt für 2€ sogar die Möglichkeit zu duschen, Trinkwasser und ein Selbstversorgerraum ist vorhanden, wenige Meter von der Hütte entfernt darf auch gezeltet werden, was sehr viele Kletterer gerne machen.

Aiguille Orientale du Soreiller: "la polka..."

Leider haben wir nur 3 Seillängen klettern können bevor uns der Hagel aus der Wand trieb. Ein Schneefeld, welches wohl immer unter dem Einstieg liegt, ist am Nachmittag im weichen Schnee gut ohne Extraausrüstung passierbar, nur die letzten 10m sind steil. Über glatten Fels mit ein paar Schuppen und Rissen erreicht man den ersten Stand der Route auf einem Pfeiler (eine Stelle ca. 5-).

Die Absicherung ist fordernd, Friends und Keile schaden also nicht am Klettergurt. Da über die Route auch wieder abgeseilt werden muss, kann jederzeit umgedreht werden, wobei das Abseilen einiges an Routine benötigt (schräges Abseilen mit Zwischenexpress einhängen, Seilverlauf,...)

Die ersten Seillängen sind mehr der Zubringer zum oberen roten steilen Teil, den wir leider nicht mehr klettern konnten. Aber trotzdem schön in gutem Fels.

 

Aiguille Dibona Ostwand: "Martine is on the rock"

Ohne Topo einzusteigen ist zwar etwas verwegen, da ich aber wusste, dass die maximale Schwierigkeit den Grad 6c nicht übersteigen sollte und die Absicherung 6a obl. ist,, stiegen wir in diese wunderschöne Sportklettertour ein, nachdem 2 andere Seilschaften 5m links nebenan die "Étique de la joie" beanspruchten. Noch triefte es aus den Rissen, schwarze Streifen säumten einige Wandabschnitte und die erste plattigere Seillänge auf feuchtem Fels rief nicht gerade ein "Plaisir-Gefühl" in mir auf. Aber der Grip passte und mit dem aufkommenden Wind und den Sonnenstrahlen trocknete der Fels rasch ab, Die zweite Seillänge beherbergt sogleich die Crux, eine senkrechte Wand mit abschüssigen Leisten, welche aber sehr nah eingebohrt ist und somit A0 erledigt werden könnte. Es wechseln plattige Stellen mit Schuppen und Rissspuren, alles ok abgesichert, auch wenn zwischen den Haken durchaus geklettert werden muss. Im oberen Teil wartet dann eine geniale Rissseillänge an einer Piazschuppe entlang. Steil und aussaugend, da Tritte Mangelware sind. Geilo, aber für mich dedinitiv keine 6a! Die obersten 2 Seillängen haben wir nicht mehr klettern können, da das Wetter sich einmal mehr veschlechterte und wir lieber abseilen wollten, als im Gewitter auf der Gipfelnadel der Dibona zu stehen...Das Abseilen ging recht flott, im Prinzip ist die Route auch dafür eingerichtet, eventuell für den oberen Teil Maillons und Reepschnüre zum Verbinden der Bohrhaken mitnehmen.

 

Aiguille Dibona: "Visite Obligatoire", Südwand

An einem Montag, an dem das Wetter am Morgen noch halbschwindlig aussah, liess für uns der Tag werden, an dem wir den Klassiker im Gebiet klettern wollten. Eine Seilschaft ist trotz leichtem Tröpfeln bereits früh am Morgen eingestiegen und war bereits in der 3. oder 4. Seillänge am Werkeln, als wir Hand an der Dibona anlegten. also kein Warten, freie Fahrt und Kletterfluss nach Belieben! Die ersten beiden plattigen Seillängen sind weniger plattig als erwartet, da Schüppchen und griffige Leisten mit viel Struktur den Weg gut vorgeben. Lediglich eine Stelle war etwas ungut im Vorstieg, der Rest ganz ok abgesichert. Es folgen abwechslungsreiche Seillängen an Traumfels. Strukturierter, kompakter Granit. Teilweise viel komplexer zu klettern, als es von unten den Anschein hat. Und der Schwierigkeitsgrad ist durchwegs obligat zu klettern. Mit 6a wie angegeben kommt man wohl eher nicht durch. Um die Tour wirklich geniessen zu können (und auch keine weiteren Sicherungsmittel anbringen zu müssen) sollte man einen 6b locker drauf haben! Dann aber entpuppt sich diese Tour als wirkliches Prachtsstück mit Fels erster Güte, einem Kletterfluss durch die langen Seillängen und einer Linie, die bereits von der Hütte aus studiert werden kann. Eine Seillänge habe ich besonders grandios in Erinnerung. Eine 40m 6+ Seillänge an Henkelschuppen und Rissen, steil und anhaltend, dazu im patagonischen Wind, der an diesem Tag kräftig bliess und uns dazu veranlasste mit Sturmkapuze zu klettern. Bis zum letzten Meter überzeugt die Visite Obligatoire auf ihrer ganzen Länge und das hat echt Seltenheitswert auf 300m Wandhöhe, oder?

 

Aiguille Dibona: "l'Étique de la joie", Ostwand

Hochgelobt wird diese Route, eine neue Perle an der Dibona Ostseite mit Start 5m rechts der Gedenktafel. Homogene Schwierigkeiten zeichnen auch diese Route aus, mehr oder weniger konstant im 6. Grad mit 6a+ Passagen, wobei wie auch bei der Visite der Schwierigkeitsgrad auch hier beherrscht werden sollte. Dann sind zusätzliche Sicherungsmittel nicht nötig und es macht einmal mehr einfach nur Spass an diesem festen, griffigen Gestein hinaufzuturnen. Wie auch bei der benachbarten Martine-Route sticht eine Schuppen/Rissseillänge hervor, die nach dem grossen Band. Eine Seillänge an runden, offenen Rillen/Rissen erfordert einen beherzten Vorstieg, die Kletterei ist ungewohnt und gefühlt weit gesichert, wenn auch nur mit 6a bewertet. In Summe klettert man in der "l'Étique" mehr an Schuppen und Rissen, wenn auch der erste Teil plattig ausschaut, die "Visiste" ist vom Charakter her plattiger zu klettern. Eine Empfehlung hat die l'Étique sicherlich verdient und wenn die Tour irgendwo anders wäre, wäre sie sicherlich bereits zum Klassiker emporgehoben worden. Wie überall an der Dibona, geiler Fels, abwechslungsreich und immer überzeugend!

 

 

Der Abstieg von der Dibona geht gut und leicht von statten. Am besten 2x 25m abseilen und dann die 50m auf dem Band entlang traversieren (leichte Kletterstellen im I. max. II. Grad). Auf dem Plateau, wo meist lange ein Schneefeld liegt, leiten dann viele Steinmänner und eine ausgetretene Spur durch das Schotter und Blockfeld hinunter. Wer die Routen an der Ostwand der Dibona gut kennt, findet dort auch sicherlich eine gute Variante mittels Abseilen. Ohne Ortskenntnis sicherlich aber eher verwegen...

Noch ein Tipp für die Anfahrt/Rückfahrt:

Von Zürich aus ist man in gut 4Stunden in Grenoble. Wer dieses Stück am Freitag Abend bereits zurücklegt, kann dort im OKKO Hotel nächtigen (booking.com). Liegt zwar im Zentrum (öffentliche gratis Parkplätze bis morgens um 9Uhr an der Strasse), aber sehr ruhig und neu mit interessantem Konzept: gratis Apéro und ein Snackbuffet, sowie Getränke rund um die Uhr gratis in der Lounge. Frühstück gibts bereits ab 7 Uhr. Die Speisen und Getränke haben alle eine super Qualität. 

Von dort ist man in 1,5h beim Ausgangspunkt zur Soreiller Hütte.

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Urlaubswoche Saas-Almagell

Gletschertrail Mattmark

Vom Mattmarkstausee führt der markierte Steig zunächst am Seeufer entlang, um kurz darauf auf einem Karrenweg in leichter Steigung zur Schwarzbergalp zu führen. Ab hier ändert sich der Untergrund, ein klassischer Wanderweg schlängelt sich zum Schwarzbergkopf hinauf, von wo das prächtige Panorama auf den blanken und mit unzähligen Querspalten durchzogenen Allalingletscher frei wird.

 

Immer gut markiert mit blauen Stangen und in den Geröllpassagen mit weiss-blau-weissen Farbtupfern sucht sich der Gletschertrail über den flachsten Abschnitt des Gletschers einen gut gangbaren Weg. Das Eis ist griffig, kleine Rinnsale plätschern munter zwischen den Eisformationen entlang.

 

Die Britanniahütte im Blick zieht sich der Weg dann aber doch mehr als gedacht. Das teilweise unwegsame Blockgelände vermindert das Gehtempo und erfordert immer wieder viel Balance auf den wackligen Steinen. Strahlhorn, Allalinhorn, Rimpfischhorn. Ganz in der Nähe dieser 4000er und doch noch ein gutes Stück entfernt, ein wunderbarer und abwechslungsreicher Panoramatrail.

 

Ab der Britanniahütte ändert sich die Frequentierung des Weges schlagartig. Massen strömen in Scharen hinauf zur Hütte, vom Felskinn oder Plattje kommend. Ein begehrtes Ziel die Britanniahütte, bietet sie doch wunderschönes Panorama und stellt einen guten Ausgangspunkt für leichte 4000er-Sammler dar.

 

Kleine Schneefelder unterhalb der Hütte abrutschend, dann über eine steile Moräne und schliesslich auf einem tollen Höhenweg hinüber zur Bergstation Plattje. Heute haben wir viel gesehen, unterschiedlichstes Terrain unter den Sohlen gehabt und die Saaser 4000er in ihrer ganzen Pracht aus nächster Nähe beobachten dürfen. Eine Wandertour mit Empfehlung!

Höhenweg Furggstalden-Kreuzboden

DER Panoramaweg im Saaser Tal. Bequem mit den Seilbahnen auf die schönste Wanderhöhe chauffieren lassen und einfach nur geniessen. Ich weiss nicht, wie oft ich stehen bleiben musste um das Panorama der Mischabelkette einfangen zu können. Ein Paradeweg. Aussichtsreich, gut angelegt und mit der Almagelleralp wartet sogar auf halber Strecke eine Einkehrmöglichkeit in wunderschöner Umgebung.

Route Panorama am Jegihorn

Plaisirklettern am Jegihorn. Die Route Panorama kommt zwar ohne Topo daher, ist allerdings angeschrieben am Felsen und in etwa in dergleichen Schwierigkeit anzusiedeln wie die beiden benachbarten Routen Alpendurst und S-Grat. Sehr gute Absicherung und der feste griffige Gneis lassen keine Schweissausbrüche zu, sondern zaubern ein Lächeln ins Gesicht! Genuss auf ganzer Spur.

 

Wir haben diesmal den Zustieg via Abstieg von Hohsaas gewählt um den strahlend sonnigen Morgen in der Höhe geniessen zu können. Die Aussicht auf die Mischabelkette ist fantastisch, der Zustieg in etwa zeitlich ähnlich, wenn auch die Distanz um einiges länger ist von Hohsaas aus.

Oberaletschgebiet

Eine für uns bisher völlig unbekannte Region stellt das Aletschgebiet dar. Keine Ahnung, warum wir dieses Juwel bisher verschmäht haben? Ich würde ja fast behaupten, dass der Hüttenzustieg zur Oberaletschhütte von Belalp aus fast der schönste Anstieg ist, den ich kenne?!? Es zieht sich zwar, 10,5km Wegstrecke müssen bis zur Hütte zurückgelegt werden, in Summe also Halbmarathondistanz, wenn auf gleicher Route die Bergstation Belalp erreicht werden will. Aber dieser Halbmarathon ist wirklich jeden Meter wert!

 

Traurig mickrig fällt der Blick zunächst auf die Überbleibsel des Aletschgletschers, sobald man um die Ecke biegt bei der Kapelle beim Hotel Belalp. Der Gletscher hat an unvorstellbar viel an Mächtigkeit und Länge eingebüsst. Und trotzdem ein schöner Anblick mit der S-Form und dem Grün der schroffen Hänge drumherum. So dann schweift der Blick mehr nach Westen und bleibt an den kecken Formationen der Fusshörner hängen. Ein Paradies für Kletterer.

 

Nächstes Highlight die Schlucht des Oberaletschgletschers, welche mittels Abstieg/Aufstieg und einer Hängebrücke gequert wird. Mächtige Wassermassen stürmen hier zu Tal, imposant der tiefe Einschnitt und der Blick hinter über den Oberaletschgletscher.

 

Danach geht es steil bergan, auf der Moräne und unterhalb der Fusshörner, bevor der Steig zu einem Höhenweg bis zur Oberaletschhütte wird. Im ständigen leichten bergauf/bergab zieht der extrem gut angelegte Panoramawanderweg durch die komplette steile Flanke oberhalb des Gletschers, welcher nur noch aus Schutt besteht. Ein Gletscherbach hat sich in der Mitte dieses grossen Schuttfeldes gebildet, welcher in Kurven gelegt den Gletscher halbiert. Granitwände im hinteren Talkessel kommen nach und nach hervor, das markante Nesthorn nimmt einen festen Platz auf der "oho"-Skala ein. Und irgendwann erreicht man tatsächlich das Ende, die kleine Oberaletschhütte, die hoch über den Gletscherärmen in einer einmaligen Lage thront. Das Aletschhorn im Norden, unbeschreiblich mächtige Granitberge gegenüber und natürlich dominiert dieses fantastische Nesthorn mit seiner Eishaube und den zackigen Graten. Eine Gletscherlandschaft wie aus dem Bilderbuch...zum Verweilen, Träumen und Ideen schmieden...

Spielboden Murmeli

Murmeltiere sind neben Steinböcken meine Lieblingstiere. Pelzig süss und doch geschickt im unwegsamen Bergterrain. Leider sind sie unheimlich scheu und meistens hört man nur ihre Pfiffe. Doch am Spielboden in Saas-Fee kann man die Murmeli hautnah erleben. Für 1CHF bekommt man direkt an der Seilbahnbergstation ein Säckchen mit Erdnüssen und Karotten zum Füttern.

 

Die beste Zeit ist der Vormittag, wenn noch nicht so viele Wanderer und Familien die Murmeli aufgesucht haben. Dann haben sie noch Hunger und freuen sich über die mitgebrachten Leckereien. Manche Tiere sind ganz und gar nicht scheu, andere schon eher. Aber mit etwas Geduld lockt man fast jedes Murmeli zu sich, die Tiere fressen aus der Hand und manche lassen sich sogar gerne streicheln.

 

Stundenlang könnte ich hier verweilen und den putzigen Tierchen zuschauen und sie beobachten...

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Genusskletterei im Bockmattli: Namenlose Kante

Ich bin begeistert. Bereits die erste leichte Seillänge der namenlosen Kante bringt mich zum Jubeln. Griffig, fester Kalkstein, zwar abgeklettert und an den schwierigeren Stellen ordentlich poliert, aber wen störts bei dieser Linie und dieser Felsqualität im Allgemeinen?

 

Die Hände greifen Schuppen, versinken in grossen Kellen, nehmen mal eine Sanduhr als Bierhenkel gerne zur Fortbewegung, dazwischen blinken ab und an Bohrhaken, Normalhaken stecken ebenso und komfortable Stände auf grossen Podesten oder in kleinen Höhlen beenden jede Seillänge ohne Seilsalat und Unordnung. Der Fels würde gut Keile fressen oder für Sanduhren Platz bieten, wenn jemandem die eher spärliche Bolt-Bekakung unzureichend erscheint. Und die Crux-Passage ist bestens gesichert. Somit empfiehlt sich die Route nicht nur für Genussspechte, sondern auch für Alpineinsteiger oder als Familienkletterei.

 

Am Stand schwenken die Blicke immer wieder auf die bezaubernde Umgebung, auf den blauen Wägitalersee, die steilen Wände des kleinen Bockmattliturms oder die Serpentinen in der Gross Chälen. Das Grün der Wiesen harmoniert so toll mit dem Grau der Felsen und dem blauen Himmel. Idylle pur, dazu das Kuhglockengebimmel aus der Ferne. Das Bockmattli, ein Platz zum Verweilen und Träumen...

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Sportklettern in Leonidio

Ich war ja bereits vor gut 2 Jahren in Leonidio, einem kleinen, authentischen griechischen Dörfchen auf der Peloponnes-Halbinsel. Damals wurde es gross gehyped, unendliche Klettermöglichkeiten prophezeit und als neues Kalymnos angepriesen. Mit viel zu grossen Erwartungen und der damit zwangsläufig verbundenen Enttäuschung lernten wir Leonidio zwar als nette Ecke zum Klettern kennen, doch so wirklich überzeugen konnte es uns damals nicht.

 

Viel hat sich getan in der Zwischenzeit, ein kompletter Kletterführer nur für Leonidio ist entstanden, der 1000 Routen listet. Ein Kletterercafé, welches Dreh- und Angelpunkt darstellt, aus dem Boden gestampft. Viele viele neue Routen eingebohrt, mit guter Absicherung und super Wegmarkierung und Beschilderung zum Klettergebiet selbst. Unter den neuen Sektoren sind richtige Highlights zu finden, so wie der Sektor Mars. Was ebenfalls begeistert, das Routenangebot in den mittleren Schwierigkeitsgraden hat merklich zugenommen. Damals gab es entweder nur leichte oder nur schwierige Routen, jetzt finden sich auch viele Perlen zwischen 6b und 7b.

 

Trotz merklich steigender Anzahl an Klettertouristen, was noch immer geblieben ist, ist die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der einheimischen Bevölkerung. Du fühlst dich dort einfach willkommen und das trägt doch sehr zum Urlaubsfeeling bei. Schön, wenn dies so bleibt!

 

Besonders für die Wintermonate eignet sich Leonidio mit seinen unzähligen, sehr sonnenexponierten Wänden. Jetzt Ende März war es bei uns mit 15-20Grad perfekt, es kann allerdings aber auch wärmer zu dieser Jahreszeit sein. Viel Schattenangebot gibt es nicht, dies solltet ihr in eure Planung miteinbeziehen.

 

Bereits vor 2 Jahren waren wir von der Unterkunft Agroktima begeistert, die wir gerne ein weiteres Mal empfehlen möchten. Wer Wert auf ein gutes Frühstück auf dem sonnenverwöhnten Balkon legt, ist dort genau richtig. Jeden Morgen gegen 8:15 hängt draussen vor der Tür ein Korb gefüllt mit frischen Leckereien und Orangen aus dem eigenen Garten. Dazu wohnt man angenehm in einem kleinen Steinhäuschen und hat seine Ruhe. Ihr bekommt in der Agroktima Unterkunft auch den neuen Kletterführer von Leonidio sowie den von Griechenland zum Leihen/Kaufen.

 

 

Weitere Info:

 

  • Mietauto am besten direkt am Athener Flughafen besorgen und die 3h nach Leonidio tuckern. Vor Ort brauch es unbedingt ein Auto, wenn man sich nicht nur auf die (wenigen) Gebiete rund um den Ort beschränken möchte
  • Das beste Restaurant ist nach wie vor das am Eingang von Poulithra links am Meer. Aber auch in den anderen Tavernen gibts gute griechische bzw. italienische Küche zu günstigen Preisen.
  • Geldautomat, Tankstellen, Apotheke, Supermarkt, etc. findet sich alles im Ort
  • Blogbericht von vor 2 Jahren: https://www.gesundes-wandern.com/2014/11/23/sportklettern-in-leonidio/
  • sehr empfehlenswerte neue Sektoren: Mars, Theos, Skiadhianiko und natürlich die alt bewährten: Twin Caves, Hot Rock, Hada
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Drytooling im Passati Sargans

Wie so oft im Spätherbst weiss man nicht so recht was machen am Wochenende. Der Föhn der letzten 2 Wochen hat den Schnee aufgefressen, geschneit hat es nur im Süden und oberhalb 2400m, also nix mit Skitouren, aber auch nix mit Felsklettern und schon gar nicht alpines Traillaufen...dazu noch Nebel, düstere Aussichten.

 

Zum Glück gibt es Drytoolen, ein kraftvoller Sport, der bereits in geringer Dosis den Bizeps zum sprengen bringt und bei jedem Wetter und jeder Jahreszeit die Gemüter erwärmt. Zu 6 steuern wir also das in einer Stunde von Zürich entfernte Passati an, ein Spot, über den es keine Informationen gibt. Durch Zufall bin ich einmal darauf gestossen, angeblich gibt es dieses Gebiet schon seit vielen Jahren, ein Topo fehlt allerdings und so mussten wir uns auf die spärlichen Informationen verlassen, die mir damals bei meiner Erkundung, 2 junge Burschen, die ich dort angetroffen hatte, weitergegeben haben.

 

Von rechts nach links nimmt die Schwierigkeit zu und auch die Steilheit. Fixe Expressschlingen, sowie mit Farbe markierte Placements erleichtern die Fortbewegung im mit grünen Moospolstern übersähten, teilweise versinterten (!) Fels. Nicht unbedingt ein Ort, der zum Verweilen einläd, von Autobahnlärm begleitet, staubig, lehmig, triefend, dreckig, feucht. Typisch Drytooling eben...

 

Leider beginnt bereits die "Warmuproute" schätzungsweise im oberen achten, unteren neunten Drytoolinggrad. Die Hooks sind tief und bombig, doch die Länge der Route (sicher 25-30m), sowie die zunehmende Steilheit, erzeugen einen mega Ausdauerhammer, der vom Start weg die Unterarme anschwillen lässt. Die Absicherung ist gut, ans Limit darf jederzeit geklettert werden. 

 

Die restlichen Routen im kleinen Gebiet sind dann nur noch für echte Liebhaber der Sportart zu haben, unter D10 gibts da wohl gar nichts zu holen. Nunja, man darf ja noch träumen...

 

Besten Dank an Tim und Dom für die Pics!

 

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Ganderfluh: Gandertanz

Das perfekte Herbstgebiet, wenn unten im Tal der Nebel sämtliches Tageslicht abschirmt und nur eine graue, kalte Mélange übrig bleibt. Viele wenig hohe Südwände säumen das Schächental auf seinem Nordufer, die meistens recht bequem mit einer Seilbahn erreicht werden können. In 45min Gehzeit lassen sich so einige nette Herbstkletterziele ausfindig machen.

 

Wir steuern auf die Ganderfluh zu, der untere Teil wartet mit rätikonartiger Kletterei auf uns, alles andere als gewohnt nach fast 3 Wochen Kalymnosurlaub;-). Doch leider passt mal wieder wie so oft in den schweizer Alpen die Bewertung ganz und gar nicht. Die erste Länge (mit 6b+ bewertet) des Geissä Peter breche ich vorzeitig ab, ebenso die erste Länge des Chryz Wäg. Eine griff- und trittlose Rauhfasertapete mit sportlicher Absicherung, nein Danke.

 

Zum Glück gibts andere Alternativen wie z.B. den Gandertanz, den ich ohne Probleme auf Anhieb klettere. Die Schlüsselseillänge ist mit 6b bewertet, sicherlich keine geschenkte, aber passabel. Wie können dann nebenan die beiden Routen mit 6b+ bewertet sein? Zumal ich gerade von Kalymnos retour gekommen bin und bis 7b eigentlich fast alles onsight geklettert bin?!? Anderer Stil hin oder her, aber ich weiss sehr genau was 6b+ in jeglichem Gelände ist! Ja, das regt mich auf, nicht dass ich die Route nicht sauber klettern kann, sondern dass mal wieder irgendjemand Routen bewertet, der entweder überhaupt keinen Plan hat oder masslos sich profilieren möchte mit extremer Unterbewertung. Das brauch es nun wirklich nicht!

 

Doch zurück zum Gandertanz...die erste Seillänge wartet mit guten Griffen bis zu einem Band, die zweite Seillänge ist eine sehr fotogene und wunderschöne Seillänge entlang einer Kante, die mit Tropflöchern und zu oberst mit einer Schuppe geschmückt ist. In der dritten Seillänge wartet technisch anspruchsvolle Kletterei, von oben betrachtet schaut die Seillänge wie eine einzige Reibungsplatte aus, aus der Kletterstellung lässt sich dann aber doch Struktur erkennen. Die vierte Seillänge startet mit einem steilen, kraftvollen Auftakt bevor sie etwas nichtssagend ausklingt. In 2x abseilen komfortabel zurück zum Wandfuss.

 

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Patricia Schanne, MSc

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