Üssers Barrhorn aus dem Turtmanntal

Ziel: bis auf den Gipfel des Barrhorn joggen, also die komplette Wegstrecke ohne Gehpassagen zu absolvieren. Ein Meilenstein für Harry. Für mich (Patricia) unerreichbar. Ein echter Berglauf sollte es werden. Und die Betonung liegt eben auf LAUF. Einen geeigneten Berg dafür zu finden mit stattlicher Höhe nicht einfach. Doch zum Glück liegt im hintersten Turtmanntal das Üssere Barrhorn, auf dessen Gipfel ein rot-weisser Wanderweg führt. 

 

Der grosse Bruder des Uri Rotstocks...

 

Zunächst geht es gemütlich und leicht ansteigend auf dem Fahrweg bis zum Stausee. Perfekter Warm-up und bereits von der Sonne beschienen. Der direktere Wanderweg hinauf zum See lag um 9:30Uhr nämlich noch im Schatten. Zur Turtmannhütte hinauf wählen wir den Steinmännliweg, etwas weiter in der Distanz, dafür landschaftlich ein Traum und auch etwas flacher. So schaffen wir beide den Jogg hinauf zur Hütte. Wer nur auf eine schnelle Zeit aus ist, könnte auch beim Wegweiser Klettergärten abzweigen und im direkten Anstieg zum Couloir hinauf dem Pfad folgen. Wir aber legen aufgrund der besseren Wegbeschaffenheit fürs Laufen den Umweg über die Turtmannhütte ein. 

 

Das Couloir ist steil und mit losem Geröll, anschliessend folgen einige felsige Meter mit Drahtseilversicherungen. Keine Ahnung wie es Harry schafft durch dieses Gelände zu joggen, ich muss leider hier schon passen. Aus der Traum mit einem durchgängigen Run aufs Barrhorn. Reichlich demotiviert trotte ich ab jetzt hinterher. Gehen. So ein Mist, aber ich schaffe es nur in den flacheren Passagen vom Geh- in den Laufschritt zu wechseln. Der mangelnden Kondition und der Höhe zolle ich Tribut. Aber so ists nun mal...

 

Dafür darf Harry seinen Traum heute voll ausleben. Selbst in den steilen Geröllpassagen lässt er nicht locker und kämpft sich prustend weiter hinauf im Joggingschritt. Ich bin beeindruckt, fühle ich mich doch im Vergleich gerade wie ein Häufchen Elend, reichlich ohne Power und Antrieb. Die Landschaft hier oben erinnert mich stark an den Uri Rotstock. Ziemlich karg, schuttig und es zieht sich ungemein. Die Blick hinüber zum Bishorn und später zum Weisshorn entschädigt zwar ungemein, aber doch lässt sich nicht verleugnen, dass der Anstieg mühsam ist in dem vielen Schutt.

 

Am Col angelangt empfängt uns zudem noch ein eisiger Wind. Brrr. Handschube, Haube, Primaloft wandern an den Körper und weiter gehts über den flacheren, fast einem Höhenweg gleichenden, Pfad unterhalb des Inneren Barrhorn entlang. Der letzte Anstieg ist dann nochmals enorm, enorm steil und schuttig. Zwar geil im Downhill aber im uphill nicht gerade ein Zuckerschlecken. Dafür belohnt die Aussicht vom Gipfelkreuz, ein gewaltiger Moment bei dem wolkenlosen Himmel und der klaren Fernsicht!

 

Gratulation Harry zur Realisierung deines Traumes. Ein kleiner Meilenstein. Einen hohen Berg vom Tal bis zum Gipfel zu laufen und keinen Meter zu gehen. Toll!

 

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Rophaien Runde

Was funkelt und blitzt rechts oben, blendet fast beim Befahren der Axenstrasse Richtung Norden? Das überdimensional grosse Gipfelkreuz des Rophaien ist also schon von Weitem sichtbar, aber nicht nur das Kreuz, auch die steilen Hänge am Rophaien, die phänomenale Aussicht hinab auf den tiefblauen See, schmale Grate warten und viel Tiefblick, was es so reizvoll macht. Kein leichter Berg mit seinen (nur) 2077m Höhe, aber immerhin auf blau-weissen Steigen erwanderbar.

 

Wir nutzen die Seilbahn von Altdorf auf die Sonnenterrasse Eggberge, unserem Start- und Zielpunkt für die Rophaien Runde. Um diese Jahreszeit ist es ja gar nicht so leicht, einigermassen sonnenbeschienene Touren zu finden mit einer guten Mischung aus trockenen Trails, die auch schneebedeckte Abschnitte beinhalten dürfen, aber dann bitte ohne Absturzgefahr. Für alle Fälle nahmen wir die Trailsteigeisen mit, sicher ist sicher.

 

In sanfter Steigung steuern wir zunächst auf das Hüenderegg, flowig geht es weiter bis zum P1815, dann wartet der erste steilere Anstieg. Die Südflanke heizt mächtig auf, Schweissperlen tropfen Richtung Boden. Beim Schönchulm allerdings empfängt uns eine kühle Brise und erinnert uns daran, dass eben doch schon Spätherbst weilt. Hartgefrorene Schneefelder mit bestem Grip führen rund um den Diepen herum, diese Passage ist sicherlich nicht zu unterschätzen, wenn der Schnee eisig wäre oder gar zu tief. Triebschneegefüllte Rinnen könnten Probleme bereiten. Uns lässt der Diepen heute allerdings wohlgesinnt passieren.

 

Froh sind wir allemal, als wir wieder das Sonnenlicht auf unserer Haut spüren. Am Grat entlang im Auf und Ab, über den P2087 hinweg, teilweise recht ausgesetzt und mit Drahtseilpassagen gespickt, geniessen wir das grenzenlose Panorama. Auf der einen Seite weiss, auf der anderen grün, im Norden das Wolkenmeer. 

 

Und ja, schliesslich stehen wir vor dem gigantischen Gipfelkreuz, es ist in der Tat riessig. Leider bläst auch hier die kalte Bise, mehr als eine kurze Gipfelrast geht sich nicht aus mit unserer Trailrunningaussattung, auch wenn schon längst ein dünnes Primaloft, Handschuhe und Haube an den Körper gewandert sind.

 

Steil gehts zwischen den Latschen hinab, zum Glück sind tiefe Tritte vorhanden, sonst hätten die Traileisen doch noch an den Fuss gemusst. Wie steil der Rophaien ist, wird einem immer wieder vor Augen geführt, saugende Tiefblicke zur Linken in die gelben, felsgebänderten Grasflanken. Das blau-weisse Steiglein schlängelt sich gekonnt hindurch, die Temperaturen steigen, wir legen hier eine weitere Pause nach.

 

Vom Franzen zum Unter Hüttenboden führt ein perfekter Trail zurück, schön flüssig, mit nur kurzen Steigungen. Wir geniessen noch einmal die Nebelstimmung, bevor es für einen Schattenabschnitt kurz finster wird. Eis bildet sich bereits auf den Bächen, kluckernde, kristallerne Skulpturen. Schliesslich spuckt uns die Schattenseite wieder aus, wir laufen den letzten Sonnenstrahlen entgegen, bevor die Seilbahn uns ein weiteres Mal ins Dunkel im Tal befördern wird...

 

 

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Chli Aubrig von der Sattelegg

Es gibt solche Tage, da wird man von der unendlichen Grauheit draussen, welche durch den immerwährenden Nebel hervorgerufen wird, einfach erdrückt. Müdigkeit, Lustlosigkeit und Faulheit verdrängt die ansonsten vorherrschende Lebensfreude, es ist an der Zeit, die Wolkendecke zu durchbrechen...


Am Sihlsee noch immer das dunkel umgebende Grau, ich beschliesse hinauf zur Sattelegg zu fahren. Und siehe da, die Sicht wird frei, welch Erlösung. Menschenseelenallein verbringe ich die folgenden knapp 2 Stunden auf sanften Sumpfwiesen, auf aussichtsreichen Höhenrücken und kann dabei den zähen Nebel im Tal beobachten.


Ich sitze am Gipfel des Nüssig, Stille. In der Ferne die bereits angezuckerten Berge, kein Lüftchen weht. Absolute Einsamkeit, und dass, obwohl sogar die Sonne hervorblinzelt und ihre warmen Strahlen mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern, kein Mensch zu sehen.


Heute geniesse ich jeden Schritt, jeden Atemzug, denn das Grau wird mich schon bald wieder umschliessen...

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Geburtstagsrun Wildspitz

Der Dreh- und Angelpunkt der trail-maniacs, Patricia, hat zum Geburtstagsrun eingeladen: vom Bahnhof in Sattel solls über die steilen Wiesen hinauf zur Holzegg und weiter am Rücken entlang zum höchsten Punkt, dem Wildspitz, gehen. Sieben trail-maniacs folgten ihrem Aufruf und durften den Hausberg im Dunkeln erleben.


Mit 8 Stirnlampen leuchteten wir fast den ganzen Berg aus, wie beim Nachtvertical in Limone Anfang Oktober. Eine einzige Lichterkette, sehr cool! Und der Ausblick auf die funkelnden Lichter von Schwyz, die Konturen von Rigi und Mythen, der klare Sternenhimmel mit Sichel, das sind schon besondere Momente!


Nach 850Hm und 3 Gipfelkreuzen erreichten wir endlich das Warme, das Wildspitzrestaurant empfing uns mit warmen Speisen, Kuchen und Getränken. Wie wären wohl noch ewig gesessen und hätten unendliche Gschichtln von Wettkämpfen und Co zu unserem besten gegeben, wäre da nicht noch der lässige Downhill über die sanft federnden Wiesen und die lange Heimfahrt angestanden. Morgen ist schliesslich nochmals ein Arbeitstag...also los!

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Skyrun Pizzo di Claro im Tessin

Auf in den Süden, dem Sommer hinterher...sprich durch den Gotthard und schon schaut die Welt anders aus, weniger weiss, weniger nass und viel sonniger!


Von Claro aus beim grossen Supermarkt starten wir Drei (Chris, Harry, Patricia) die lange Etappe hinauf zum gleichnamigen Gipfel, der oberhalb der Ortschaft wacht. Ein Dschungel aus holprigen Gassen führt zum Monastero di Sta. Maria hinauf, der sich ab hier in steilen Kastanienwäldern verliert. Laubbedeckte Wege gilt es bis Maruso zu meistern, steil und kräftezehrend. 

 

Dann ein erster Ausblick auf den freien Wiesen Marusos, herrlich liegt der Dunst im Talgrund, die Gipfel in ein tiefes Blau gekleidet. Es folgt steiler Nadelwald bis zur Alpe Domas und wieder erfreuen wir uns am sonnigen Ausblick auf der Lichtung. Harry wartet dort auf mich, eine kurze Auszeit muss einfach sein.

 

Chris ist unterdessen schon weiter, er fliegt über den flowigen Höhentrail aus federndem Gras und lichten Lärchen hinüber zur Alpe Peurett. Kaum zu glauben, dass es von dort immer noch 1000Hm sind bis zum Gipfel des Pizzo Claro! Dafür eröffnet sich dem Läufer ab dort ein grandioser, einsamer Kessel, der in der Mitte einen tiefblauen Schatz verborgen hält: der Lagi do Canee.

 

Eine riessige Ziegenherde lugt neugierig zu uns am See auf einem Felsvorsprung herüber. Ihr Gebimmel begleitet uns noch ein gutes Stück über den mittlerweile recht diffus ausgeprägten Wanderweg. Immer der Nase nach über Gras und Fels und ab und an wird man mit gutem Spürsinn auch auf eine Markierung treffen.

 

Im Zickzack schleifen wir uns die letzten noch steileren Meter hinauf zum höchsten Punkt, Chris wartet bereits seit 45min. Tja, wer schneller ist kann länger die Aussicht oben geniessen;-). Und die ist heute wahrlich traumhaft! Die Poebene liegt im dicken Nebel, die Tessiner Seen ebenso, hi und da lugt ein Spitz hervor, weiter Richtung Norden dann schneebedeckte Gipfel und Bergketten, der Winter hat dort bereits Einzug gehalten.

 

Wir aber geniessen hier oben auf über 2700m Sonne pur. Die Höhenmeter stecken zwar merklich in den Beinen, die Motivation ist aber dennoch ungebrochen. Über die Südostflanke joggen wir Drei vorsichtig über kleine Schneereste und lockeres Gestein hinab, bis wir eine Grasebene erreichen, über die wir mehr oder weniger weglos hinüber zum Passo di Mem gelangen. Puh, die Laufschritte werden kürzer, die Koordination lässt langsam etwas zu wünschen über. Chris nimmt noch den Piz de Molinera mit, Harry und icg bevorzugen die Abkürzung über tolle, schmale Trails hinüber zum Höhenrücken, auf dem unsere beiden Routen zusammentreffen, bevor wir die Cap. Brogoldone erreichen.

 

Ich schmeisse mich ins Gras, die Beine ziehen, bin total erschöpft. Unsere Wasservorräte neigen sich dem Ende zu, die Energievorräte sind sowieso schon lange aufgebraucht. Chris erreicht uns wenig später, lässt sich ebenfalls ins weiche Gras fallen. Die Höhenmeter stehen uns bereits ins Gesicht geschrieben und beim Anblick hinab ins Tal, also das, was noch kommt, falle ich fast in Ohnmacht. Noch liegen 1600 sehr steile, anstrengende Höhenmeter vor uns, mit leeren Oberschenkeln kein Gaudi.

 

Doch die Pause half, relativ flott kommen wir vorwärts, Gespräche lenken ab, die Alp Domat erscheint endlich wieder in unserem Blickfeld, der bereits bekannte Weg zu Füssen...

 

Dass die letzten holprigen Meter in den Gassen kein Zuckerschlecken waren, brauche ich euch wohl nicht berichten. Aber so ists halt: a bissl Auf-die-Zähne-beissen gehört einfach dazu, das rundet das Erlebnis ab. Ein grenzgenialer Tag, der noch lange in Erinnerung bleiben wird! Besonders die ursprüngliche, einsame Landschaft und die eher spärlich markierten Wanderwege lassen Trailruns im Tessin so besonders werden.

 

 

Ein ausführlicher Bericht von Chris:

http://www.chmoser.ch/trips/berichte/tourendetail.php?TourId=973

 

 

 

Facts: Pizzo di Claro (2720m) vom Gemeindehaus in Claro

Harry und Patricia in 3:40h

Chris in 3:06h



Bilder von Chris:

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Limone Extreme Skyrun

Wer das Örtchen und seine Lage kennt, der kann bereits erahnen, dass das Rennen steil sein muss. Fast senkrecht pfeiffen die Kalkwände vom Seeufer hinauf auf über 1000m Meereshöhe. Dazu die komplette Weltelite am Start, aus 45 Nationen setzte sich das gesamte Teilnehmerfeld zusammen. Ein perfektes Setup um die letzten Reserven der langen Trailsaison zu verbraten.


Schwül ist es am Start, mir drückt es bereits im Stehen den Schweiss aus den Poren. Oder ist es doch die Anspannung, die Vorfreude auf die kommenden 4 Stunden? Es ist das letzte Rennen des Jahres und es wird eines der Besten werden...


Übermütig schiessen wir durch die engen Gassen Limones, immer wieder staut es, Gedrängel, doch ohne Ellbogentaktik, es ist vielmehr die Freude, die Renneuphorie, die in diesen Momenten ein Raunen durch die Menge schickt. Jeder will weiter, schnell weiter. Dann beginnt der lange Anstieg, über 1000Hm wollen in einem Rutsch verschlungen werden, ein schmales Steiglein aus Geröll macht den Anfang. Der Stau begleitet uns bis zur zweiten Labstation, ab hier erreiche ich endlich das Teilnehmerfeld, das meinem Niveau entspricht. Flüssiges Trailrunning folgt, im Auf und Ab, über Stock und Stein und abermals 500 Steigungshöhenmeter.


Am schmalen Grat pfeifft uns der Wind um die Ohren, dicke Nebelschwarten surren durch die Luft. Ein gespenstiges Ambiente, das wir vor lauter Anstrengung und Fokussierung auf die technisch anspruchsvollen Weglein kaum wahrnehmen. Noch rasseln die Kilometer nicht, mühsam müssen sie erkämpft werden bei so viel Steigung und stetigem Auf und Ab. Es beginnt zu Regnen, Starkregen. Im Nu verwandeln sich die Trails in rutschige Wurzel-Matsch-Pisten. Viele müssen hier bereits büssen, ohne Stöcke und mit teils schlechtem Profil, stolpern sie die steilsten Passagen auf ihrem Hintern hinab. 


Ich erinnere mich an einen Italiener, der auf vielleicht 20Hm fünfmal hinfiel und aber genauso schnell wie ich unten war, weil er fast die gesamten 20 Höhenmeter mit dem Kopf voran, mit dem Kopf nach hinten, auf dem Rücken, auf dem Gesäss,...nach unten purzelte. Aufraffen, ein Schritt und dasgleiche Spiel begann von vorne. Viele Verletzte und von Krämpfen gepeinigte Sportler begegneten uns über den Verlauf der gesamten Strecke. Ein wirklich forderndes Rennen!


Harry berichtete mir nach dem Lauf, dass sie teilweise zusammengearbeitet haben. Wenn dem Vordermann die Füsse durchdrehten, haben die Hinteren ihn am Gesäss gestützt und umgekehrt. Mit vereinten Kräften wurden so manche Wegabschnitte passierbar gemacht. Der Regen hörte zum Glück auf, doch die Trails blieben anspruchsvoll: steil, steinig oder erdig, wurzelig, schmal, geil. Und irgendwie nahmen sie auch kein Ende. Hinter jeder Kurve folgte nochmals ein kraftraubender Anstieg.


Schliesslich gings dann aber doch grösstenteils bergab, ein Abschnitt blieb mir besonders in Erinnerung. In sanftem Gefälle mit einem Untergrund aus softem Gras-Laubgemisch und vielen Serpentinen explodierte ich förmlich nach unten. Vielleicht trug auch das zuvor eingenommene Cola an der Verpflegungstation dazu bei, aber ich fühlte mich auf diesen Metern unschlagbar, mit Beinen ausgestattet von einem anderen Stern. Ich weiss nicht mehr wie viele Teilnehmer ich dort überholte, ich donnerte einfach mit Vollspeed nach unten begleitet von Ausrufen der Freude. Anscheinend hatte ich den ein oder anderen angesteckt beim Überholen, auch sie schalteten plötzlich auf den Vollgasmodus und gemeinsam flogen wir durch die Serpentinen.


Irgendwo war ich dann wohl doch etwas zu rabiat unterwegs, mein Stock brach! Als Dreibein liess ich die letzten 3 steilen Kilometer dann etwas gemütlicher angehen, verletzen wollte ich mich jetzt erst recht nicht mehr, so nahe am Ziel, auch spürte ich die Grenze zum Krampfen nahen. Tempo drosseln war also durchaus angebracht. Im Viererpack joggen wir die letzten Meter an der Seepromenade entlang, mir geht völlig die Kraft aus, Asphalt unter meinen Füssen, der mir das letzte Quäntchen Energie auszuzelt. Dann kommt mir Harry entgegen, begleitet mich für einige Meter Richtung Zielgerade, aber auch er schafft es nicht mehr, mich zu motivieren, ich verliere sogar noch einen Platz. Egal, der rote Teppich naht, der obligatorische Zielsprint, Händeabklatschen mit den Kids, Smile, Atmen, ich muss mich setzen, an der Grenze zum SchwarzwerdenvordenAugen. Gratulationen, Abklatschen, Glücklichsein, Stolz und ein breites, zufriedenes Grinsen bis über beide Ohren.


Einfach nur mega geil!

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Surenenpass: Vom Brüsti nach Engelberg

Ein spätsommerliches Wochenende par excellence wurde angekündigt, vielleicht das letzte dieser Art für die Saison? Pläne wurden geschmiedet und wieder verworfen, dann endlich, ganz spontan die passende Idee für eine "Invalidentour": vom Kanton Uri nach Obwalden über den Surenenpass mit Eggenmandli als Zugabe.

 

Sanft schweben wir mit der Luftseilbahn Brüsti von Attinghausen hinauf, 1000Hm können so leicht sein;-). Die frische Luft begleitet uns auf dem gutmütigen Anstieg über den aussichtsreichen Höhenrücken namens Geissrügge. Federndes Wiesengelände und kräftige Morgenfarben lassen die gut 1000Hm bis zum Gipfelsteinmann des Eggenmandli fast vergessen, ebenso die Blicke auf Urisee und die bereits angezuckerten 3000er weiter Richtung Südosten. Auf den letzten Metern zu unserem höchsten Punkt der heutigen Tour lassen wir die Laktatbombe krachen: steile Wiesen im Hand-und Fuss-Verticalstil;-)

 

Es folgt ein traumhafter Downhill, tiefe Kontraste füllen das breite Becken hinter dem Surenenpass hinunter zum Blackenboden. Schliesslich erreichen wir den leider sehr breiten, aber wenigstens noch erdig-schottrigen Fahrweg. Gemütliches Joggen steht auf dem Programm. Oberhalb Usser Äbnet verwandelt sich der Wanderweg endlich abermals ins das, was man sich unter einem Wanderweg vorstellt. Es fängt wieder an Spass machen!

 

Die Fürenalp nutzen wir um ein grosses Cola und Rivella runterszuspülen mit tollem Ausblick auf Titlis und Spannort. Doch wer rastet, der rostet...die ersten Meter laufen schwerfällig, so langsam fangen die Muskeln und das gesamte Gestell an unrundere Bewegungen zu fabrizieren. Dafür wartet ein wunderbarer Trail und der Name Trail ist hier Programm, ab Dagenstal. Schmal, wurzelig, immer wieder mit Gras und Steinen durchsetzt. 

 

Zum Schluss wartet das Ende der Welt (jetzt wissen wir zumindest, wo es sich befindet!), viel breite Wege und Asphalt nach Engelberg City. Etwas zermürbend für die letzten Meter, aber "ohne Fleiss kein Preis";-) Und was so ein frischer Orangensaft, Trauben und Vollmilch und Popcorn so alles bewirken können...Auf in die nächste Runde Enrico, oder?

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Melchsee-Frutt

Der goldene Herbst


Wenn die Luft so klar, der stürmische Wind frisch und die Farben so bunt, wenn die Schatten länger, die Gegenden menschenleerer werden, dann neigt sich die alpine Traillaufsaison zwar ihrem Ende zu, doch noch dreht die Natur voll auf, zeigt sich von ihrer schönsten Seite für die wenigen Trailläufer.


So erlebe ich heute einen perfekten Tag, die Muskulatur läuft, die Lungen ebenso, der böige Wind fungiert als Kühlaggregat für meine glühende Stirn. Weiche Graspolster federn meine grossen Schritte, ich gebe Gas. Spielerisch hüpfe ich umher, geniesse jeden Schritt. Und dann Szenenwechsel, die frisch verschneiten Berner Gipfel gastieren in der Ferne, davor ein Nebelmeer im Tal. Wieder Szenenwechsel, die Föhnmauer tritt voluminös hervor, schwappt über den Susten herüber. Der kräftige Wind legt einen Zahn zu, mir wirbelts die Haare umher.


Und schon schiesse ich ums Eck, der tiefblaue See der Melchsee-Frutt zieht meinen Blick magisch an, davor wunderbar herbstlich gefärbte, geschwungene Wiesen und natürlich der stahlblaue Himmel. Trail für Trail ein neues Panorama. Einfach genial, was die Natur an diesem Tag zu bieten hat!

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Trilogie im Wägital

Die Voralpen laden besonders im Herbst für genüssliche Trailrunden ein, dann, wenn die Sicht so weit und klar ist. Bis zum Bodensee und ins Jura schweift unser Blick vom Gross Aubrig, unserem letzten Gipfel auf der Trilogie-Runde überm Wägitalersee. Verticalähnliche Meter liegen hinter uns, als wir uns erschöpft ins Gras werfen und für einen Augenblick die Augen schliessen. Zum Glück pfeift uns der Föhnsturm hier oben am Gross Aubrig nicht um die Ohren, nebenan am Chli Aubrig hingegen schon. Die Gipfelrast fiel dort leider eher kurz aus.


Schöne Wiesenhänge führen über Eggstofel hinauf zum Nüssen, fluffig läuft es sich auch auf dem Weiterweg zum Chli Aubrig, wo mooriges Gelände zum ein oder anderen Aufschrei verleitet. Die sauberen Schuhe werden spätestens hier oben eingeweiht.


Es geht Auf und Ab, steil bergan, dann mal wieder flach, abwechslungsreich und fordernd zugleich, da die unebenen Wiesen ständig volle Konzentration verlangen. Trailrunning vom Feinsten!

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Wildspitz Crossing über den Wolken

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück so nahe liegt, genauer gesagt auf dem Rossberg, dem langgezogenen Grasrücken, der als erster grösserer Aufschwung die Voralpen einläutet. Und genau dort stauen sich heute die Wolken von Norden und bilden ein riessiges Nebelmeer. 


Meine Wahl fällt auf die sonnenbeschienene Südseite, von Sattel starte ich über steile Wiesenhänge, die Sonne sitzt mir im Gnack und mit jedem Schritt, den ich an Höhe gewinne, offenbart sich vor mir die herbstliche Stimmung des Schwyzer Beckens. Beide Mythen glänzen in der Ferne, tiefe Verblauungen Richtung Süden zieren den Horizont. Die Nebeldecke fängt bereits im Tal an aufzureissen, hier heroben auf dem aussichtsreichen Rücken kann mir die Wolkendecke nichts anhaben.


Prustend, hechelnd erreiche ich das erste Gipfelkreuz und schmeisse mich auf die Bank, die Wadln ziehen, irgendwie bin ich das Traillaufen nicht mehr gewohnt. Dann folgt das zweite Gipfelkreuz und schliesslich das Dritte, welches den höchsten Punkt, den Wildspitz markiert. Der obligatorische 360-Grad Rundumblick lässt meine Gedanken schweifen, gerne würde ich hinunter auf das Nebelmeer hüpfen und in Watte baden:-)


Für den anschliessenden Part hinüber zum Gnipen Kreuz lasse ich mir Zeit, geniesse dort nochmals den Ausblick, bevor ich mich in den holprig-steilen Downhill über die Wiese hinunter nach Goldau schmeisse. Konzentration ist angesagt, die unebenen Tritte sind mit Konglomeraten gespickt. Dann tauche ich in die Wolkendecke ein, ein dunkles Grau ummantelt mich, erst weiter unten im Wald blitzen wieder Sonnenstrahlen hindurch, es dampft im dunklen Waldabschnitt, ein tolles Schauspiel der Natur.


Dass ich meinen Zug zurück nach Sattel um 3 Minuten verpasse, lässt mich zu diesem Zeitpunkt recht kalt, einen Cappuccino, eine Vollmilch und ein grosses Schoggi-Croissant versüssen mir das Warten in der Sonne...2 wunderschöne, wenn auch anstrengende Stunden liegen hinter mir....

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Patricia Schanne, MSc

Wanderleiterin SBV

Sportwissenschaftlerin

 

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